Ausbau Schaffhauserstrasse im Hardwald

Mehr Sicherheit und verbesserte Leistungsfähigkeit

Der Kanton Zürich plant, die Schaffhauserstrasse im Hardwald bei Bülach auf vier Spuren auszubauen und den Kreisel Chrüzstrass leistungsfähiger zu machen. Für dieses Strassenprojekt hat der Regierungsrat eine Ausgabe von 32,35 Millionen Franken bewilligt und beim Kantonsrat einen Objektkredit von 62.20 Millionen Franken beantragt.

Im August 2012 hat der Zürcher Kantonsrat die Motion für den Autobahnzusammenschluss Bülach – Glattfelden mit 101:73 Stimmen  überwiesen. Damit wurde der Regierungsrat verpflichtet, zuhanden des Kantonsrats ein entsprechendes Projekt auszuarbeiten. Der Kanton hat deshalb ein Vorprojekt erarbeitet, das den Ausbau der Schaffhauserstrasse im Hardwald sowie die Erhöhung der Leistungsfähigkeit des Kreisels Chrüzstrass umfasst.

Im Durchschnitt verkehren heute auf der Schaffhauserstrasse im Hardwald 27‘000 Fahrzeuge pro Tag. Zum Vergleich: Am Gotthard sind es 17‘000 Fahrzeuge. An Werktagen reicht der Stau am Abend bis auf die Autobahn A51 bzw. am Morgen bis auf die A50 und nach Eglisau zurück. Bis zum Jahr 2030 wird der Verkehr noch um 20 Prozent zunehmen. Bauliche Massnahmen zur Erhöhung der zukünftigen Leistungsfähigkeit sind deshalb unumgänglich.

Im Streckenabschnitt Hardwald ist es in der Vergangenheit zwar nicht zu vielen, aber dafür zu sehr schweren Unfällen gekommen. Die Strecke ist zwar kein Unfallschwerpunkt, aber der Streckenabschnitt wird gemeinhin als gefährlich wahrgenommen. Massnahmen zur Erhöhung der Verkehrssicherheit sind deshalb wichtig.

Verschiedentlich sind durch den Rückstau auf die A51 bzw. A50 Ausweichverkehr auf untergeordnete Strassen (z.B. Rheinfelderstrasse, Schachenstrasse, Solistrasse, Lokalnetz Bülach etc.) zu beobachten. Diesen unerwünschten Verkehrsverlagerungen gilt es entgegenzuwirken.

Ausbau der Schaffhauserstrasse zu einer Mini-Autobahn

Das vom Kanton ausgearbeitete Vorprojekt sieht vor, die Schaffhauserstrasse zwischen dem Anschluss Bülach Nord und dem Kreisel Chrüzstrass zu einer vierspurigen Mini-Autobahn auszubauen. Damit steht die Strasse für den Langsamverkehr (Velos, Töfflis etc.) nicht mehr zur Verfügung. Alternativ ist für den Veloweg, der heute der Schaffhauserstrasse entlang führt, eine neue Linienführung vorgesehen. Der neue Radweg führt über die Soli- und Marterlochstrasse zur Weiacherstrasse. Die neue Radwegführung wird in einem separaten Projekt festgelegt und bearbeitet.

Der rund 2.9 km lange Ausbau der Schaffhauserstrasse auf vier Spuren ohne Standstreifen entspricht dem Standard der kantonalen Autobahn A51. Kernstück des Projekts bildet die Neugestaltung des Kreisels Chrüzstrass. Der Kreisel wird abgesenkt, die Fahrspur für den Verkehr zwischen Eglisau und Bülach, der 60 Prozent des Volumens ausmacht, wird kreuzungsfrei über den Kreisel geführt.

Die Fahrspur für den Verkehr von Bülach Richtung Glattfelden führt in den abgesenkten Kreisel. Der Verkehr von Glattfelden Richtung Bülach fliesst vom Kreisel auf einer separaten Spur auf die ausgebaute Schaffhauserstrasse, so dass er den von Eglisau her kommenden Verkehr nicht behindert.

Weitere Elemente des Projekts bilden eine Wildtierüberführung sowie eine Fussgängerüberführung im Hardwald sowie die komplett neue Entwässerung mit einer Strassenabwasserreinigungsanlage, die im Kreisel Chrüzstrass platziert wird.

Nachdem das Vorprojekt gemäss § 13 des Strassengesetzes an einer Informationsveranstaltung der Öffentlichkeit in Bülach vorgestellt wurde, lag es vom 30. April bis 3. Juni 2015 bei der Stadtverwaltung Bülach und der Gemeindeverwaltung Glattfelden öffentlich auf. Dabei gingen rund 60 Einwendungen ein, die vom kantonalen Tiefbauamt geprüft und teilweise ins Projekt eingearbeitet worden sind.

Als nächstes wird sich der Kantonsrat mit dem Strassenprojekt befassen. Wenn er dem Objektkredit über 62,2 Millionen Franken zustimmt, wird ein detailliertes Bauprojekt ausgearbeitet und gemäss §§ 16 und 17 des Strassengesetzes öffentlich aufgelegt. Anschliessend erfolgt die Projektfestsetzung durch den Regierungsrat gemäss § 15 des Strassengesetzes. Sofern in diesem Prozess nicht der Rechtsweg beschritten wird, könnte mit den Bauarbeiten im Jahr 2020 begonnen werden. Die Bauzeit beträgt rund drei Jahre.