Autobahnzubringer Obfelden/Ottenbach

Fünf Beschwerden verzögern den Bau

Der Autobahnanschluss Affoltern a. A. ist von Westen her nur über das enge Strassennetz von Obfelden und Ottenbach erschlossen. Um diese Gemeinden vor den Gefahren und Immissionen des Durchgangsverkehrs zu schützen, hat der Kanton ein umfassendes Projekt ausgearbeitet, das aber im Moment durch fünf Beschwerden von Privatpersonen beim Verwaltungsgericht blockiert ist. Der Baubeginn kann frühestens 2019 erfolgen.

Das ausgearbeitete Projekt sieht eine Umfahrung für Ottenbach und in Obfelden eine neu gestaltete Ortsdurchfahrt mit Absenkung und Überdeckung für den Ortsteil Bickwil vor. Die Gesamtkosten dieses Autobahnzubringers belaufen sich auf 65,4 Mio. Franken, davon übernimmt der Bund 25,8 Mio. Franken und die beiden Gemeinden Obfelden und Ottenbach je 350'000 Franken.

Der Kantonsrat hat dem Objektkredit am 9. Januar 2012 mit 94 zu 74 Stimmen zugestimmt. Dagegen ist das Kantonsratsreferendum  ergriffen worden, weshalb die Vorlage den Stimmberechtigten unterbreitet wurde. Am 23. September 2012 haben 62,6 Prozent der Zürcher Stimmberechtigten dem A4-Zubringer zugestimmt, die Stimmbeteiligung lag bei 41 Prozent.

Naturschutz ist wichtig

Für die Kreditbewilligung wurde – wie im Strassenbau üblich – lediglich ein Vorprojekt erarbeitet. Die Konkretisierung und Detailplanung des Projekts und der Ersatz- und Ausgleichsmassnahmen begann deshalb erst nach der Volksabstimmung. Diese Detailplanung nahm bei diesem Projekt viel Zeit in Anspruch, galt es doch, den Anforderungen der Gesetzgebung im Bereich des Natur-, Landschafts- und Heimatschutzes gerecht zu werden. Dazu war auch ein Gutachten der Eidgenössischen Natur- und Heimatschutzkommission einzuholen.

Im Oktober 2014 fand die Planauflage für das Detailprojekt statt. Die Baudirektion hat ein Projekt aufgelegt, das möglichst wenig juristische Angriffsflächen bietet. Die Erfahrung zeigt, dass die Rechtsmittelverfahren ein Projekt weit mehr verzögern als eine breit vernehmlasste und für alle Seiten tragbare Lösung.

In der Auflagefrist sind total 77 Einsprachen eingegangen. Rund die Hälfte betrifft den Landerwerb. Je ein Viertel betrifft den Lärmschutz und die Linienführung. Das kantonale Tiefbauamt führte mit zahlreichen Einsprechenden Gespräche, worauf 15 Personen ihre Einsprache zurückgezogen haben. Der Regierungsrat hat das Projekt im Juli 2016 gemäss §15 des Strassengesetz festgesetzt und einige Einsprachen gutgeheissen, die entsprechend im bereinigten Auflageprojekt berücksichtigt worden sind. Die restlichen Einsprachen hat der Regierungsrat abgewiesen oder ins Enteignungsverfahren verwiesen.

Innerhalb der Beschwerdefrist sind gegen die Projektfestsetzung beim Verwaltungsgericht des Kantons Zürich fünf Beschwerden von Privatpersonen eingegangen. Diese betreffen projektspezifische Anliegen. Die Beschwerdeverfahren führen dazu, dass der für 2018 geplante Baubeginn kaum mehr realistisch ist und sich voraussichtlich um mindestens ein Jahr verzögern wird.

Eine gute Sache für alle

  • Der A4‐Zubringer entlastet Obfelden und Ottenbach wirksam von Durchgangs‐ und Schwerverkehr und vereint den Schutz von Bevölkerung und Schulkindern auf bestmögliche Weise mit dem Schutz von Natur und Landschaft.
  • Am meisten profitieren vom A4‐Zubringer die Dorfbewohner und Schulkinder in Obfelden und Ottenbach. Sie erhalten einen sicheren Schulweg und ein Stück Lebensqualität im Dorf zurück.
  • Der Autobahnzubringer ist ein wesentlicher Bestandteil der flankierenden Massnahmen zur Autobahn A4 im Knonaueramt und wird deshalb auch vom Bund mit 25,8 Mio. Franken zu Lasten der Nationalstrassen mitfinanziert.
  • Mit der Entlastung der Dorfzentren erhält der öffentliche Verkehr in Obfelden und Ottenbach endlich wieder Priorität.
  • Zum A4-Zubringer-Projekt gehören umfassende Umweltschutz- und Aufwertungsmassnahmen mit Dutzenden von Wiederherstellungs- und Ersatzmassnahmen im Bereich der sensiblen Reusslandschaft in Ottenbach. Auch der Verzicht auf die ursprünglich geplante Umfahrung Obfelden-Bickwil zeigt klar: Der Naturschutz wird beim A4-Zubringer ernst genommen und mit hoher Priorität umgesetzt.
  • Das Projekt ist das Ergebnis eines rund zehnjährigen Planungs- und Projektierungsprozesses, in dessen Verlauf alle möglichen Varianten, Untervarianten und Aspekte detailliert geprüft und mit grossem Aufwand untersucht wurden. Es ist die bestmögliche Lösung für das Problem.