Bahnlärm

Lärmempfindliche Räume

Anspruch auf Sanierung haben nur lärmempfindliche Räume in Wohnungen und Betrieben.

Für Betriebe

  • gilt (ausser in der Empfindlichkeisstufe IV) ein um 5 dB(A) erhöhter Immissionsgrenzwert.
  • ist im Normalfall die Tagbelastung massgebend.

Für die Beurteilung sind nachstehende Listen (Kriterium: Raumnutzung) anwendbar:

Lärmempfindliche Räume in Wohnungen

  • Wohn- und Schlafzimmer
  • Wohnraum, z. Zt. als Büro benutzt
  • Wohnküche
  • Mansarde wärmegedämmt
  • Hotelzimmer
  • Schulzimmer
  • Zimmer in Spital, Klinik
  • Speisesaal in Restaurant, natürlich belüftet
  • Kirche 3

Lärmempfindliche Räume in Betrieben

  • Büroraum in Wohnung 1
  • Speisesaal in Restaurant, mechanisch belüftet
  • Büro, Besprechungszimmer
  • Praxis Arzt, Rechtsanwalt etc.
  • Coiffeur 2
  • Einkaufsladen mit geringem Innenlärm 2

Nicht lärmempfindliche Räume

  • Arbeitsküche
  • Bad, WC
  • Treppenhaus, Korridor, Abstellraum
  • Gaststube in Restaurant, mit erheblichem Eigenlärm
  • Einkaufsladen mit erheblichem Innenlärm

Anmerkungen:

1 Die Wohnung enthält kein Bad und/oder keine Küche oder muss anderweitig erheblich umgebaut werden, um als Wohnung zu dienen.

2 Schaufenster (grosse, festverglaste, nur zur Belichtung oder Schaustellung dienende Fensterflächen) werden als Fassadenbestandteil eingestuft. Bei solchen Konstruktionen entfällt somit ein Anspruch auf einen Ersatz.

3 Kirchen sind Räume, in denen Menschen Ruhe suchen. Sie werden deshalb als lärmempfindlich eingestuft. Die Kantone prüfen im Einzelfall, ob öffenbare Fenster vorhanden sind und ob Schallschutzmassnahmen aus denkmalpflegerischen Überlegungen und mit verhältnissmässigem Aufwand realisierbar sind.

Ausserdem:

Gewerblich genutzte Räume, in denen Sozialkontakte stattfinden, werden Praxen gleichgestellt.

Die Fenster von nicht lärmempfindlichen Räumen ohne Türe zu benachbarten lärmempfindlichen Räumen werden in der Regel saniert.

Ungenügend schalldämmende Aussenbauteile, die konstruktiv und materialmässig nicht Teil des zu sanierenden Fensters sind (z. B. Aussenwände, Schaufenster, Brüstungen, Kniestockwände, Dachkonstruktionen etc.) sind zu Lasten des Gebäudeeigentümers zu sanieren. Ein Schallschutzfenstereinbau erfolgt nur, sofern der Gebäudeeigentümer bereit ist, diese schalltechnischen Schwachstellen der Gebäudehülle gleichzeitig auf seine Kosten zu sanieren.

Schallschutzmassnahmen am Gebäude müssen die Immissionen im Rauminnern wahrnehmbar reduzieren und technisch und betrieblich sowie wirtschaftlich tragbar sein. Ist die im Rauminnern zu erwartende Pegelreduktion nicht wahrnehmbar, d.h. kleiner als 2 dB(A), wird auf Massnahmen am Gebäude verzichtet. Dies gilt insbesondere auch bei Leichtbauweisen (z. B. Holzfassaden, Dachausbauten).

In der Praxis - insbesondere bei spezielleren Situationen - können weitere Kriterien zur Detailbeurteilung beigezogen werden.

(Quelle: Cercle bruit, Vollzug Lärmsanierung von Eisenbahnen, 2003, Revision Oktober 2007)