Strassenlärm

Gemeindestrassen

Werden entlang von Gemeindestrassen die Immissionsgrenzwerte (IGW)  für Strassenlärm überschritten, ist die Gemeinde gemäss Lärmschutzverordnung (LSV) verpflichtet, an der Quelle oder auf dem Ausbreitungsweg Sanierungsmassnahmen zu ergreifen. Eine Pflicht zur Sanierung besteht für Gebäude mit Baubewilligung vor 1985, bei denen die Immissionsgrenzwerte (IGW) bei Fenstern lärmempfindlicher Räume überschritten werden. Die Hoheit und Verantwortung für die Umsetzung der Sanierung liegt bei den Gemeinden selbst. Die Fachstelle Lärmschutz (FALS) als Bindeglied zwischen den Gemeinden und dem Bund ist dabei für die Zusicherung und Auszahlung der Bundesbeiträge zuständig. Die Lärmsanierung ist bis 31. März 2018 abzuschliessen. Danach gewährt der Bund keine Beiträge an Sanierungsmassnahmen mehr.

Gesetzliche Grundlagen

Sanierungsmassnahmen

Grafik der möglichen Lärmsanierungsmassnahmen

Werden Immissionsgrenzwerte überschritten, sind analog zur kantonalen Strassenlärmsanierung folgende Massnahmen in der angegebenen Reihenfolge zu prüfen und - falls möglich und sinnvoll - zu realisieren:

1  Massnahmen an der Quelle
2  Massnahmen auf dem Ausbreitungsweg
3  Ersatzmassnahmen beim Empfänger

Massnahmen an der Quelle

Foto einer Strasse mit verkehrsberuhigenden Elementen

Für Gemeindestrassen ist es sinnvoll, verkehrsberuhigende Massnahmen zu prüfen (z.B. eine Temporeduktion).

Die Stadt Zürich hat eine Publikation erarbeitet, die eine Lärmsanierung kommunaler Strassen durch Geschwindigkeitsreduktion aufzeigt.

Massnahmen auf dem Ausbreitungsweg

Wände oder Wälle sind aus Gründen des Ortsbildschutzes oder aufgrund der vorliegenden Erschliessungs- und Platzverhältnissen nur an sehr wenigen Orten realisierbar. Dazu kommt, dass bauliche Massnahmen von der Bevölkerung häufig sehr kritisch aufgenommen werden.

Ersatzmassnahmen

Foto Schallschutzfenster mit Doppelverglasung

Sind Massnahmen an der Quelle und auf dem Ausbreitungsweg nicht möglich oder sinnvoll, können dem Anlagehalter nach Art. 14 der  Lärmschutzverordnung (LSV) Erleichterungen gewährt werden, welche ihn aber zum Einbau von Schallschutzfenstern (sogenannte Ersatzmassnahmen) verpflichten. Der Einbau von Schallschutzfenstern ist allerdings erst bei Überschreitung des Alarmwertes (AW) Pflicht.
Liegen die Belastungen entlang Kantonsstrassen zwischen dem IGW und dem AW, leistet der Kanton freiwillige Beiträge an Schallschutzfenster, falls die Eigentümerschaft solche einbaut oder bereits eingebaut hat. Aus Gründen der Gleichbehandlung wird den Gemeinden empfohlen, die Praxis des Kantons (sowie auch der Städte Zürich und Winterthur) zu übernehmen und sich bei Überschreitungen des IGW an den Kosten von Schallschutzfenstern zu beteiligen.
Die Kostenbeteiligung an Kantonsstrassen beträgt gemäss Regierungsratschbeschluss 1169/2008 bei Fenstern mit IGW-Überschreitung je nach Lärmbelastung Fr. 100.- oder Fr. 350.- pro Fenster. Der Bund beteiligt sich mit zusätzlichen Fr. 200.- pro Fenster.