Strassenlärm

Ersatzmassnahme Schallschutzfenster

An erster Stelle bei der Planung von Lärmsanierungen stehen übergeordnete nachhaltige Überlegungen zu den Quellen des Lärms:

  • Verkehrs- und Raumplanung
  • Verkehrslenkung
  • Verkehrs"beruhigung"
  • Verkehrsgestaltung

An zweiter Stelle folgen Massnahmen auf dem Ausbreitungsweg des Lärms:

  • Wände, Dämme und weitere Hindernisbauten 

Alle diese Massnahmen sind Lärmschutz im Sinne der Gesetzgebung (Lärmschutzverordnung LSV), sie beschränken die Belastung am geöffneten Fenster lärmempfindlicher Räume und damit auch im umliegenden Aussenraum.

An letzter Stelle stehen Massnahmen am Empfangsort des Lärms:

  • Schallschutzfenster

Der Fensterersatz kommt beispielsweise dann zum Zug, wenn Alarmwerte überschritten werden und Massnahmen auf dem Ausbreitungsweg aus Platzgründen undenkbar oder wegen schwerwiegender Konflikte mit dem Orts- und Landschaftsbild nicht ausführbar sind.
Lärmschutz wird in diesem Fall zum Schallschutz und findet nur noch hinter geschlossenen Fenstern statt.

Foto einer Dorfstrasse

 

Fenster-Ersatz (Oetwil am See).
Platzmangel oder Ortsbildschutz reduzieren den Lärmschutz auf Schallschutz in geschlossenen Räumen.

Grenzwerte und Schallschutzfenster

Der Fensterersatz auf Kosten des Anlagehalters wird in den laufenden und künftigen Sanierungsprogrammen als Ersatzmassnahme auch dort zum Tragen kommen, wo trotz Massnahmen auf dem Ausbreitungsweg Immissionsgrenzwert-Überschreitungen verbleiben.

Foto von einem Schallschutzfenster mit Doppelverglasung

 

Schallschutzfenster (Doppelverglasung).
Wo kein Lärm durchgeht, bleibt auch die Luft, wo und wie sie ist.

Fensterersatz zwischen Immissionsgrenzwert und Alarmwert

Ein Finanzierungsmodell aus dem Jahr 2008 ermöglicht Beiträge an Schallschutzfenster auch bei Belastungen zwischen Immissionsgrenzwert und Alarmwert. Bedingung ist eine angemessene Beteiligung der Gebäudeeigentümer. Aufgewogen wird dieser Aufwand durch positive Nebeneffekte wie Senkung der Heizkosten oder allgemeine Wertsteigerung.

Schalldämmlüfter

Schlafräume ohne lärmabgewandte Lüftungsmöglichkeit können mit Schalldämmlüftern ausgestattet werden. Die in die Wand eingelassenen oder in ein Fenster integrierten Geräte garantieren die nötige Frischluftzufuhr auch bei geschlossenen Fenstern.

Fensterqualität

Die Schalldämmung der Fenster einschliesslich der zugehörigen Bauteile wie Rollladenkästen und Schalldämmlüfter muss mindestens die Werte gemäss Lärmschutz-Verordnung, Anhang 1, aufweisen.

Die Fachstelle Lärmschutz hat ein Dokument erarbeitet, das die Anforderungen an Schallschutzfenster und an deren Einbau zusammenfasst. Es richtet sich an alle Unternehmungen, die im Rahmen der Lärmsanierung entlang der Staatsstrassen Schallschutzfenster einbauen und kann diesen bei Offerteinholung zur Unterschrift abgegeben werden.

Abstimmung mit energetischer Sanierung

Seit 2010 läuft ein nationales Programm zur energetischen Gebäudesanierung. Im Rahmen dieses Programmes werden auch Beiträge an Fenstersanierungen ausgerichtet. Doppelförderungen, also zum Beispiel Beiträge an Schallschutzfenster und Beiträge an die energetische (Fenster-) Sanierung, sind prinzipiell möglich. Voraussetzung ist, dass die Beiträge zusammen nicht mehr als 100% der Fensterkosten betragen und dass die Fenster sowohl den Schallschutz- als auch den energetischen Anforderungen genügen.
Die Fachstelle Lärmschutz hat ein Merkblatt erarbeitet, in dem die Abstimmung zwischen der lärmtechnischen und der energetischen Fenstersanierung erläutert wird.

Bedingung bei einer energetischen Sanierung ist unter anderem, dass vor dem Einbau der Bauteile ein Gesuch gestellt wird.
Alle Bedingungen, Anforderungen und Gesuchsformulare für eine energetische Sanierung sind auf der Seite des Gebäudeprogrammes zu finden.

Überblick Fördermassnahmen bei energetischer Sanierung im Kanton Zürich

Das Amt für Abfall, Wasser, Energie und Luft der Baudirektion gibt auf seiner Website Auskunft über die verschiedenen Fördermassnahmen bei einer energetischen Sanierung von Gebäuden im Kanton Zürich.