Strassenlärm

Lärmbelästigung als Nebeneffekt

Vorsicht bei Pflasterbelägen im Strassenraum:
Solche Verkehrsberuhigungsmassnahmen verursachen mehr Lärm!

Immer häufiger wird im Rahmen von Verkehrsberuhigungen der Strassenraum so gestaltet, dass die Fussgängerquerungen optisch hervortreten und damit die Flucht der Fahrbahn unterbrochen wird.

 

Aus der Sicht des Lärmschutzes gilt der Belagswahl sowie den Übergängen zwischen den einzelnen Belägen ein besonderes Augenmerk.

Absolut ungeeignet sind Pflästerungen! Sogar auf Quartierstrassen in Tempo 30-Zonen können diese Beläge zu einer erheblichen Erhöhung der Lärmemissionen führen. Je nach Situation und Geschwindigkeit liegen die Pegeldifferenzen zu einem herkömmlichen Asphaltbelag bei bis zu 10 Dezibel, was einer Verzehnfachung des Verkehrs bzw. einer Verdoppelung der wahrgenommenen Lautstärke entsprechen würde.

Das Bild oben zeigt eine bereits groteske Situation: Mit der Lärmschutzwand werden die Immissionen in etwa um das gleiche Mass reduziert, wie sie durch den Einbau des Pflasterstreifens erhöht wurden.

Als Alternativen bieten sich andersfarbige Beläge oder Bemalungen an.

Die lärmigste Variante: sich wiederholende schmale Pflasterstreifen

Beim Strassenabschnitt auf dem Bild wurden Querpflästerung mit Streifen von rund 40 cm Breite im Abstand von 2.5 Metern eingebaut.

Unsere Fachstelle hat die Lärmauswirkungen der obigen Situation gemessen. Erfasst wurden 64 Fahrzeuge. Die Geschwindigkeit bewegte sich im Bereich von 25 bis 45 km/h.

Das Pegel-Zeit-Diagramm eines einzelnen Personenwagens zeigt, dass die Pflasterstreifen zu sichtbaren Lärmimpulsen von 6 bis 8 dB gegenüber dem normalen Schwarzbelag führen. Diese Lärmspitzen sind auch vor Ort sehr deutlich hörbar und weisen eine durch die streifenartige Pflästerung erzeugte Periodizität von ca. 250 Millisekunden - je nach Fahrgeschwindigkeit - auf.

Fazit:

Die Messresultate zeigen, dass die um 6 bis 8 dB höheren Pegelspitzen und ihre Impulsartigkeit deutlich in Erscheinung treten. Ein Einbau solcher Pflästerungen führt zu Lärmzunahmen, welche gemäss Lärmschutzverordnung nicht zulässig sind.