Strassenlärm

Machbarkeit von Wänden & Wällen

Nicht alles, was wünschbar wäre, ist auch machbar. Das gilt ganz besonders dort, wo verschiedene Akteure und Interessen aneinander geraten - zum Beispiel beim Planen und Erstellen von Lärmschutzbauten:

  • Der Staat hat die Pflicht, seine Anlage wegen ihrem Lärm zu sanieren.
  • Die Gemeinde hat das Ziel, ihr Dorf vor Verunstaltung zu bewahren.
  • Der Hausbesitzer hat das Bedürfnis, seine Liegenschaft vor Wertverminderung zu schützen.
Foto einer Strasse mit Lärmschutzwänden in Beton und aus Glas

 

Lärmschutzwände in Beton (links) oder aus Glas (rechts, beide Fehraltorf).
Verschiedene Lösungen sind möglich, sofern sie für alle stimmen.

Von zentraler Bedeutung innerhalb eines Lärmsanierungsprojekts ist die Abklärung der akustischen Wirkung, der anfallenden Kosten und der technischen Machbarkeit - unter Einbezug der nicht minder wichtigen ästhetischen Kriterien.

Beurteilung von geplanten Lärmschutzwänden und -dämmen

KriteriumAbklärungEinzelheiten / Parameter
Ortsbild:Ist die Massnahme mit dem Ortsbild vereinbar?Die Veränderung des Orts- und Landschaftsbilds darf Aussichtslagen oder Dorfkerne nicht zu sehr strapazieren.
Lärmschutz:Ist eine deutliche Lärmreduktion erreichbar?

- Die Reduktion muss im Minimum 5 bis 8 dB betragen.
Die Sichtbeziehung vom Empfangspunkt zur Lärmquelle muss über längere Distanz unterbrochen sein, damit diese Wirkung erreicht wird.

- Die Reduktion muss im Minimum ein ganzes Geschoss umfassen.

- Die Massnahmen muss nach Möglichkeit mehrere Gebäude abdecken.

Platzverhältnisse:Ist ausreichend Platz für die Massnahmen vorhanden?

- Der Abstand zwischen dem Gebäude und der Strasse mit Trottoir muss genügend gross sein, um eine umfassende Wirkung zu erzielen.

- Der Raum zwischen dem Gebäude und der Strasse mit Trottoir darf durch keine wichtige andere Nutzung beansprucht sein.

Erschliessung:Ist die Erschliessung der Grundstücke mit der Massnahme vereinbar?

- Bestehende Zugänge und Zufahrten müssen einbezogen oder aufgehoben werden können.

- Neue Erschliessungen müssen in den rückwärtigen Bereich verlagert werden können.

Sicherheit:Ist die Verkehrssicherheit gewährleistet?Es darf keine Sichtbehinderung auftreten, insbesondere in Kurven, bei Einmündungen oder Fussgängerstreifen.
Wohnhygiene:Ist die Massnahme mit der Wohnhygiene vereinbar?

- Die Orientierung im Wohnumfeld muss gewährleistet sein.

- Genügend Sonnenlicht muss ins bewohnte Areal einfallen können.

- Der Ausblick in die Anwohnerschaft muss möglich sein.

- Die Aussicht auf die Massnahme muss von den Bewohnern akzeptiert werden können.

Kosten:Stehen Aufwand und Ertrag in einem vernünftigen Verhältnis?Sowohl Wirkung als auch Wirtschaftlichkeit müssen gegeben sein, damit ein Wand- bzw. Dammprojekt realisiert wird.

Die Machbarkeit wird abgeklärt für:

  • Lärmschutzdämme
  • Lärmschutzwände:
    Absorbierend oder nicht absorbierend

Die Eigenschaften von Dämmen und Wänden ergeben im Rahmen der Machbarkeitsprüfung:

  • Lärmschutzdämme:
    Einsatz bei ausreichendem Platzangebot und offener Siedlungsstruktur
  • Lärmschutzwände:
    Einsatz in vielfältiger Form und Ausprägung bei ausreichenden Platzverhältnissen und an Lagen, die bezüglich Ortsbild keine Probleme darstellen

Ausführlichere Erläuterungen zur Machbarkeit von Lärmschutzwänden oder -dämmen sind in der Broschüre Lärminfo 9, "Siedlungsverträgliche Lärmschutzwände" zu finden.

Überarbeitung und Ergänzung

Eine Massnahme wird nur weiterverfolgt, wenn sie bei der Grobbeurteilung alle Kriterien erfüllt. Lärmsanierungsprojekte mit Wänden und Dämmen, die nicht alle Kriterien erfüllen können, werden entsprechend überarbeitet.
Als ergänzende Massnahme kommen Schallschutzfenster zum Zug. Sie sind an denjenigen Fassadenbereichen vorgesehen, wo die Wirkung der Wand oder des Dammes ungenügend ist.