Fluglärm

Bauen im Fluglärmbereich

Foto von einem startenden Flugzeug über Siedlungsgebiet

 

Bauen in fluglärmbelasteten Gebieten heisst, die Grenzwerte gemäss Lärmschutzverordnung am offenen Fenster einzuhalten. Für Bauten gelten ausserdem strenge Anforderungen an die Schalldämmung der Aussenhülle.


Welche Lärmbelastungsgrenzwerte sind massgebend?

Bei Neu- und Umbauten von Gebäuden mit lärmempfindlichen Räumen sind nach Art. 31 LSV die Immissionsgrenzwerte (IGW) einzuhalten.


Die massgebenden Grenzwerte für Fluglärm sind im Anhang 5 der Lärmschutzverordnung (LSV) festgelegt.

Welche Fluglärmkurven gelten?

Wohnungsbau soll in erster Linie dort erfolgen, wo die IGW infolge Fluglärm auch langfristig eingehalten werden können.

Massgebend für Baubewilligungen und Raumplanung sind die Lärmkurven des vorläufigen Betriebsreglements (vBR). Sie sind im GIS-Browser publiziert (Karte "Fluglärm").

Welche Gemeinden müssen ihre Baugesuche dem Kanton einreichen?

Baubewilligungen können durch die Gemeinden nur erteilt werden, wenn die IGW gemäss vBR eingehalten werden.


In Gebieten mit IGW-Überschreitung am Tag sind Baugesuche für Gebäude mit lärmempfindlicher Nutzung der kantonalen Leitstelle für Baubewilligungen einzureichen, damit das Vorliegen eines überwiegenden Interesses am Bauvorhaben nach Art. 31 Abs. 2 LSV geprüft und die Anforderungen an die Schalldämmung festgelegt werden können.

 

Gemeinden mit Grenzwertüberschreitungen nur in der ersten Nachtstunde (22-23 h) können nach Art. 31a LSV (am 1. Februar 2015 in Kraft getreten) Baugesuche ohne kantonale Zustimmung bewilligen. Die Grenzwerte gelten in der Nacht als eingehalten, wenn die Auflagen nach Art. 31a LSV erfüllt sind. 

Was sind die Konsequenzen bei Überschreitung der Immissionsgrenzwerte?

Auch bei IGW-Überschreitungen am Tag können Baubewilligungen erteilt werden, jedoch nur wenn an der Errichtung des Gebäudes ein überwiegendes Interesse besteht und die kantonale Behörde zustimmt (Art. 31 Abs. 2 LSV). Bei IGW-Überschreitungen nur in der ersten Nachtstunde (Art. 31a LSV) kann die Gemeindebehörde Baubewilligungen ohne Zustimmung des Kantons erteilen.


Die Schliessung von einzelnen Baulücken wird generell als überwiegendes Interesse eingestuft. Für alle anderen Gebiete ist bei der Interessenabwägung auch zu berücksichtigen, wie stark die Immissionsgrenzwerte im konkreten Fall überschritten sind. Generell ist eine Ausnahmebewilligung umso unwahrscheinlicher, je höher die Überschreitung ist.

Was sind die Konsequenzen bei Überschreitung der Alarmwerte?

Die Überschreitung der Alarmwerte wird bei bestehenden Gebäuden geduldet.
Für neue Gebäude mit lärmempfindlichen Räumen hat die Überschreitung jedoch ein faktisches Bauverbot zur Folge. Der Art. 31a LSV gilt bei Alarmwert-Überschreitungen nicht. Allerdings wird die zeitgemässe Erneuerung der bestehenden Wohnbausubstanz grundsätzlich ermöglicht, sofern keine zusätzlichen Wohneinheiten geschaffen werden.
 


Eine Aufstufung von der Empfindlichkeitsstufe II (ES II) in die ES III ist in Gebieten mit überwiegendem Wohnanteil unzweckmässig, da die höheren Grenzwerte für alle Lärmarten Gültigkeit hätten und so nicht vermieden werden könnte, dass zusätzliche Lärmquellen in die entsprechenden Gebiete Einzug halten.
 


Die Lärmschutzverordnung bietet keine gesetzliche Grundlage dafür, die Erteilung einer Ausnahmebewilligung damit zu begründen, dass im betreffenden Gebiet für Fluglärm eine Aufstufung von der ES II in die ES III möglich wäre. Vielmehr muss die Beurteilung der Bewilligungsfähigkeit eines Projektes auf der Grundlage der geltenden Empfindlichkeitsstufe erfolgen.

Welche Anforderungen werden an die Schalldämmung gestellt?

Die LSV legt in Art. 32 Abs. 1 fest, dass beim Lärm der zivilen Flugplätze mit Verkehr von Grossflugzeugen für den Schallschutz der Aussenbauteile von Gebäuden mit lärmempfindlichen Wohnräumen die erhöhten Anforderungen gemäss SIA Norm 181 gelten (bei Pegeln über 60 dB am Tag oder über 55 dB in der Nacht).
 


Bei Pegeln über 65 dB am Tag oder über 55 dB in der Nacht sind neue Wohneinheiten zusätzlich mit einer mechanischen Komfortlüftung mit Wärmetauscher auszustatten. Diese muss alle lärmempfindlichen Räume mechanisch belüften. Reine Zuluft- oder Abluftanlagen sowie Einzelraumlüftungsgeräte entsprechen für Neubauten nicht dem Stand der Technik und sind nicht zulässig.
 


Basierend auf der 2006 revidierten SIA-Norm 181 wurde der Anwendungsbereich für die erhöhten Anforderungen aufgrund der Nutzung (Wohnräume oder Betriebsräume) und nicht mehr aufgrund der Empfindlichkeitsstufe festgelegt.

Förderprogramm Wohnqualität Kanton Zürich

Förderprogramm Wohnqualität

Das "Förderprogramm Wohnqualität" der Volkswirtschaftsdirektion (Amt für Verkehr) unterstützt Eigentümerinnen und Eigentümer von Wohnbauten in der Flughafenregion mit Energieberatung und Schallschutz-Fördergeldern.