Industrie- und Gewerbelärm

Da es keinen flächendeckenden Kataster für Industrie- und Gewerbebelärm gibt, muss im Zusammenhang mit Planungs- und Bauvorhaben auf andere Indikatoren wie Zonenpläne zurückgegriffen werden.
Raumplanerische Unterlagen werden von den Gemeinden und vom Amt für Raumplanung ARE zur Verfügung gestellt.

Grundlagen und Beurteilung

Der Lärm von Industrie- und Gewerbebetrieben wird anhand der Lärmschutzverordnung (LSV) beurteilt. Diese Bundesverordnung stützt sich auf das Umweltschutzgesetz (USG) ab.
Im Anhang 6 der LSV sind je nach Empfindlichkeitsstufe Lärm-Belastungsgrenzwerte (Lr) für den Nacht- und für den Tageszeitraum festgelegt. Für Betriebe, die vor dem 1. Januar 1985 (Einführung des USG) bereits vorhanden bzw. bewilligt waren, gelten die Immissionsgrenzwerte (IGW). Für alle anderen Betriebe gelten die um jeweils 5 dB tieferen Planungswerte (PW). Neue Anlagen müssen also leiser sein.
Die Empfindlichkeitsstufen berücksichtigen das Lärmschutzbedürfnis innerhalb einer Zone. So sind unterschiedlich strenge Belastungsgrenzwerte für Erholungs- (ES I), Wohn- (ES II), Gewerbe- (ES III) oder Industriezonen (ES IV) definiert (siehe Tabelle unten).
Für die Zoneneinteilung ist die örtliche Behörde zuständig.  

   

Tabelle: Grenzwerte Industrie- und Gewerbelärm

   

Empfangspunkt und Beurteilungspegel

Der Lärm, den ein Betrieb gegen aussen abgeben darf, muss die Belastungsgrenzwerte an allen um ihn herum liegenden Bauten mit lärmempfindlicher Nutzung einhalten. Es ist also nicht der Standort des Betriebes massgebend, sondern die Lage bzw. die Empfindlichkeitsstufe des nächstgelegenen Gebäudes mit Wohn-, Schlaf- oder auch Arbeitsräumen. Die Beurteilungspegel stellen somit maximale Belastungsgrenzwerte am Empfangspunkt dar.

Empfindlichkeitsstufen Betrieb

Grafik 1: Verschiedene Empfindlichkeitsstufen grenzen an einen Betrieb an.

Anlagen und Betriebe

Zu Anlagen, die nach Anhang 6 der LSV zu beurteilen sind, zählen grundsätzlich alle Betriebe, die Aussenlärm erzeugen. Solche Anlagen sind zum Beispiel Lüftungen, Klima- oder Kühlgeräte, Verladerampen für Warentransporte, Werkverkehr auf dem Betriebsareal, Waschanlagen, Pumpstationen, Gesteinsaufbereitung und insbesondere solche Anlagen, die in den lärmempfindlicheren Nachtstunden, zwischen 19 und 7 Uhr, in Betrieb sind.
Weiter zählt auch der Lärm von technischen Anlagen in Landwirtschaftsbetrieben wie zum Beispiel von Heugebläsen, Melkstationen, bei der Befüllung von Silos usw. dazu.
Der Lärm von Menschen wie zum Beispiel aus Gaststätten oder der Lärm von Tieren lässt sich nicht nach Anhang 6 LSV beurteilen.  

Zuständigkeiten

Für Anlagen auf dem Gebiet der Stadt Zürich ist das Amt für Umwelt- und Gesundheitsschutz (UGZ), Fachstelle Lärmschutz, zuständig.
Für Anlagen auf dem Gebiet der die Stadt Winterthur ist die städtische Fachstelle Energie und Technik zuständig.
Im den übrigen Gemeinden des Kantons Zürich ist das Amt für Wirtschaft und Arbeit (AWA), Bereich Arbeitsbedingungen, für den Vollzug der Bestimmungen zum Industrie- und Gewerbelärm zuständig.