Bauvorhaben

Bauen im Lärm

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Bundesgericht kippt das "massgebliche" Lüftungsfenster

Mit BG-Urteil vom 16. März 2016 wurde die kantonale "Praxis des massgeblichen Lüftungsfensters" als nicht rechtskonform eingestuft.

Dem Urteil und der Medienmitteilung des Bundesgerichts kann entnommen werden, dass die Grenzwerte gemäss Lärmschutz-Verordnung (LSV) an allen Fenstern lärmempfindlicher Räume einzuhalten sind, und die erwähnte und im Kanton ZH gut eingeführte Lüftungsfensterpraxis so nicht mehr angewendet werden darf.
Die Beurteilung von Bauvorhaben erfolgt neu weiterhin in Anlehnung an die bisherige Praxis, mit dem Unterschied, dass Lüftungsfenster keine ausreichenden Massnahmen zur Einhaltung der Immissionsgrenzwerte (IGW) mehr sind. Lüftungsfenster sind aber Teil der Optimierung gemäss Art. 31 Abs. 1 LSV und führen dazu, dass eher eine Ausnahme für einen lärmempfindlichen Raum erteilt werden kann. Ein lärmoptimiertes Bauvorhaben kann auch weiterhin bewilligt werden - allerdings zwingend mit einer Ausnahmebewilligung auf Basis der vorangehenden Güterabwägung zum überwiegenden Interesse.
Das führt im Vergleich zur bisherigen "Lüftungsfensterpraxis" zu einer grösseren Anzahl von Bauvorhaben und Räumen, für die durch die Gemeinde eine Ausnahmebewilligung zu beantragen ist.
Die Vollzugspraxis wurde unterdessen weitestgehend angepasst und gilt für neue Projekte ab sofort. Die Voraussetzungen für Ausnahmebewilligungen, insbesondere für die Beurteilung von Baukörpern und Grundrissen, erfahren gezielte Verschärfungen, entsprechend den Erwägungen im Urteil des Bundesgerichts.
Die neue Vollzugspraxis gilt für neue Projekte ab sofort.
Bereits zu früherem Zeitpunkt erstellte Vorhaben und Gutachten werden unter Berücksichtigung der zwischenzeitlichen Unsicherheiten beurteilt.

 

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Das "Bauen im Lärm" stellt je länger je mehr hohe Anforderungen an alle Beteiligten - Fachleute aus Architektur-, Ingenieur- und Planungsbüros, Bauherrschaften und Behörden.
Wer umfassend informiert ist rund um das Bauen in lärmbelasteten Gebieten und dieses Wissen frühzeitig in die Projektierung einbringt, gelangt ohne Umwege zum Ziel der Baubewilligung.

Praxisspiegel

Grundlagen und Praxis der Fachstelle Lärmschutz bei der Beurteilung von Bauvorhaben werden laufend aktualisiert und verfeinert, lärmschutzrechtlich denkbare Varianten eröffnet, Schlupflöcher geschlossen - das Ziel ist immer eine Lösung im Dienst der Betroffenen.

Eine Kurzfassung "Bauen im Lärm" steht als PDF-Dokument zur Verfügung (Lärminfo 6).

Wann untersteht ein Bauvorhaben dem Lärmschutzrecht?

Skizze eines Krans

Gesetzliche Grundlagen
    Umweltschutzgesetz
    Lärmschutzverordnung
    Grundprinzip Art. 31 LSV
    Weitere wichtige Artikel LSV


Lärmrelevante Bauvorhaben
    Neubauten
    Umbauten mit wesentlichen Änderungen
    Anbauten und Aufbauten
    Nutzungsänderungen
    Vergrösserung der Fenster
    Fensterersatz bei bestehenden Bauten

Lärmrelevante Räume
    Grundprinzip
    Definition nach LSV
    Nutzungsmöglichkeit, nicht Nutzungsabsicht
    Wohnräume, Küchen, Abstellräume, Hotel- und Spitalzimmer
    Schulzimmer und Bibliotheken
    Betriebsräume, Räume mit erheblichem Betriebslärm
    Gaststuben


 

Welche Lärmgrenzwerte gelten für ein Bauvorhaben?

Skizze einer Granzwertkarte

Empfindlichkeitsstufen
   Grundprinzip
   Empfindlichkeitsstufen-Zuordnungen



Belastungsgrenzwerte
    Immissionsgrenzwert
    Planungswert, Alarmwert, Grenzwerte in dB
    Wohnräume, Nachtwerte meist ausschlaggebend
    Betriebsräume, Tagwert für Betriebsräume
    Hotel- und Spitalzimmer
    Schulen und Bibliotheken
    Gaststuben

Welche Lärmimmissionen belasten ein Bauvorhaben?

Skizze einer Lärmschutzwand

Lärmquellen und Emissionsdaten
    Relevante Lärmquellen
    Bestehende Anlagen
    IGW-Bereich
    Emissionsdaten
    Industrie und Gewerbe
    Geplante Verkehrsanlagen


Lärmbelastung durch bestehende Quellen
    Berechnung der Lärmbelastung
    Immission < Emission
    Immissionsspiegel = Beurteilungspegel
    Beurteilungspegel > IGW


Lärmbelastung durch geplante Quellen

    Planungswerte für neue Anlagen
    Aufgabe des Anlagehalters
    Verkehrsprognosen
    Berechnung der Lärmbelastung
    Belastungspegel > Planungswerte
    Anlage- und gebäudeseitige Massnahmen

   

 

Wie können die Anforderungen der LSV eingehalten werden?

Skizze zum Thema LSV

Ermittlungsort der Lärmbelastung
    Gesetzliche Grundlagen
    Kein offenes Fenster bei Räumen in Betrieben
    Offenes Fenster bei Wohnräumen
    Beurteilungspunkt
    Massgebendes Lüftungsfenster
    Bedingungen Lüftungsfenster
    Dachflächenfenster und Oblichter
    Lärmabgewandte Lüftung durchgehender Räume


Lärmschutzmassnahmen
    Grundrissgestaltung
    Bauliche Massnahmen
    Gestalterische Massnahmen
    Zusatznutzen
    Kontrollierte Belüftung bei Wohnräumen
    Kontrollierte Belüftung bei Räumen in Betrieben
    Kosten


Bauvorhaben mit Parkierungsanlagen
    Bauvorhaben mit Parkierungsanlagen
    Gesetzliche Grundlagen
    Nachweis Planungswerte
    Berechnungsmethoden

Wann und wie ist ein Lärmgutachten zu erstellen?

Skizze zum Thema Lärmgutachten

Anforderungen an ein Lärmgutachten
    Zweck
    Lärmermittlung
    Resultate
    Massnahmen
    Beurteilung
    Qualitätssicherung
    Anhang

Wann muss ein Bauvorhaben dem Kanton eingereicht werden?

Skizze einer Lupe

Beurteilung durch die Fachstelle Lärmschutz
    Weiterleitung gemäss BVV
    IGW-Überschreitung
    Geplante Verkehrsanlage
    Baudirektions-Verfügung


Zusatzformulare Lärmschutz
    Lärmsituation und Lärmschutz
    Lärmschutz und überwiegendes Interesse
    Fluglärmbereich

   
   

Wann wird ein Bauvorhaben trotz IGW-Überschreitung bewilligt?

Skizze eines Formulares

Ausnahme aufgrund überwiegenden Interesses
    IGW-Überschreitung
    Überwiegendes Interesse
    Voraussetzungen
    Bedingungen und Auflagen


Zusatzformulare Lärmschutz
    Lärmsituation und Lärmschutz
    Lärmschutz und überwiegendes Interesse
    Fluglärmbereich

Welche Anforderungen werden an die Schalldämmung gestellt?

Skizze eines offenen Fensters

Schallschutzmassnahmen am Gebäude
    SIA-Norm 181
    Grundprinzip
    Mindestanforderungen
    Erhöhte Anforderungen
    De-Werte
    Private Kontrolle

Wer kontrolliert die Lärmschutzmassnahmen und den Schallschutz?

Skizze einer Fragenden Menschen Gruppe

Kommunale und private Kontrolle (demnächst)