Bauvorhaben

Ausnahme aufgrund überwiegenden Interesses

IGW-Überschreitungen

Sind alle möglichen Lärmschutzmassnahmen ergriffen worden und verbleiben trotzdem IGW-Überschreitungen, so sind nach Art. 31 Abs. 2 LSV Ausnahmen möglich.

Art. 31 Baubewilligungen in lärmbelasteten Gebieten

² Können die Immissionsgrenzwerte durch Massnahmen nach Absatz 1 nicht eingehalten werden, so darf die Baubewilligung nur erteilt werden, wenn an der Errichtung des Gebäudes ein überwiegendes Interesse besteht und die kantonale Behörde zustimmt."

Überwiegendes Interesse

Die Erteilung einer Ausnahmebewilligung ist nur möglich, wenn an der Errichtung des Gebäudes ein überwiegendes (öffentliches, raumplanerisches) Interesse besteht. Gründe dafür sind z. B. das Schliessen von Baulücken, der Erhalt bestehender, wertvoller Bausubstanz, der Wiederaufbau zerstörter Gebäude oder der Schutz des Ortsbildes.
In der Regel werden Ausnahmen nur für einzelne Lüftungsfenster und nicht für ein ganzes Gebäude gewährt.
Werden die Alarmwerte überschritten, so überwiegt bei Wohnnutzung in jedem Fall das Interesse des Lärmschutzes und eine Baubewilligung kann nicht erteilt werden.

Voraussetzungen

Alle Massnahmen nach Art. 31 Abs. 1 LSV müssen ausgeschöpft sein.
Die Lärmgrenzwerte sind gemäss LSV in der Mitte des offenen Fensters einzuhalten.
Das Planungs- und Baugesetz des Kantons Zürich (PBG) verlangt (§ 302), dass die Fensterflächen für eine genügende Belichtung mindestens 10% der Bodenfläche betragen.
Zur Belüftung genügt die Hälfte dieser Mindestfensterfläche.
Nach kantonaler Praxis muss der IGW zumindest bei der zur Lüftung eines Raumes notwendigen Fensterfläche (Lüftungsfenster= mind. 5% der Bodenfläche) eingehalten sein. Als massgebender Ermittlungsort gilt demzufolge das am wenigsten lärmexponierte Fenster eines Raumes.

Bedingungen und Auflagen

Auch Lüftungsfenster von lärmempfindlichen Räumen mit einer Ausnahmebewilligung müssen ins Freie führen.
Lärmempfindliche Räume mit einer Ausnahmebewilligung müssen mit einer kontrollierten Belüftung ausgestattet sein.
Ein überwiegendes Interesse ist vorausgesetzt. (Bei der Interessenabwägung muss die Zweckbestimmung des USG (Art. 1) beachtet werden. Zum Schutz vor schädlichem und lästigem Lärm gehört erfahrungsgemäss auch ein möglichst gut geschützter Aussenraum.
Bei Pegeln über dem IGW der ES III wird eine Ausnahmebewilligung nur unter Auflage einer kontrollierten Lüftung gewährt.