Bauvorhaben

Lärmrelevante Bauvorhaben

Neubauten

Art. 31 LSV regelt das Vorgehen für Baubewilligungen in lärmbelasteten Gebieten. Lärmrelevante Bauvorhaben nach LSV sind neue sowie wesentlich geänderte Gebäude.

Umbauten mit wesentlichen Änderungen

Als wesentliche Änderung gilt, wenn neue lärmempfindliche Räume geschaffen werden oder die Fläche bestehender lärmempfindlicher Räume erheblich vergrössert wird. Entstehen mit einem Bauvorhaben lärmempfindlichere Nutzungen, so ist dies ebenfalls eine wesentliche Änderung. Dasselbe gilt, wenn durch bauliche Eingriffe wie z. B. einer Auskernung eine lärmtechnisch günstigere Raumanordnung möglich ist.
Umbauten sind auch lärmrelevant, wenn zusätzliche Lärmschutzmassnahmen möglich sind. Als lärmrelevant gilt aber auch, wenn eine bisher grossräumige Wohnung in kleinere Einheiten unterteilt wird. Auch die Neuanordnung von Grundrissen ist lärmrelevant, beispielsweise wenn dadurch in einzelnen Wohnungen der Anteil von Räumen mit Grenzwert-Überschreitungen erhöht wird oder wenn lärmempfindliche(re) Raumnutzungen an stärker exponierte Fassaden zu liegen kommen.

Anbauten und Aufbauten

Werden mit An- oder Aufbauten neue lärmempfindliche Räume geschaffen oder wird die Fläche bestehender lärmempfindlicher Räume erheblich vergrössert, so ist dies eine wesentliche Änderung und damit als lärmrelevant zu beurteilen.

Nutzungsänderungen

Werden mit einem Bauvorhaben lärmempfindlichere Nutzungs-möglichkeiten geschaffen (z. B. Umnutzung Gewerberaum zu Wohnraum), so handelt es sich um eine wesentliche Änderung und damit ein lärmrelevantes Bauvorhaben. Dies gilt unabhängig vom Ausmass der baulichen Eingriffe.

Vergrösserung der Fenster

Die Vergrösserung einer Fensterfläche um mehr als 30 Prozent gilt ebenfalls als lärmrelevantes Bauvorhaben.

Nicht lärmrelevante Bauvorhaben

Fensterersatz bei bestehenden Bauten

Beim Fensterersatz in Gebäuden, die nach Inkrafttreten der LSV erstellt wurden (1985), richtet sich die Mindestanforderungen an die Schalldämmung der neuen Fenster samt zugehöriger Bauteile wie Rollladenkästen usw. nach Art. 32 Abs. 3 LSV. Ein Raum, bei dem die Fenster ersetzt werden, hat also die Anforderungen nach der SIA-Norm 181 zu erfüllen. Weisen jedoch die übrigen Fassadenteile eine ungenügende Schalldämmung auf, so dass die Anforderungen nicht erreicht werden können bzw. unverhältnismässig sind, kann die Vollzugsbehörde auf Gesuch hin Erleichterungen gewähren.

Beim Fensterersatz in Gebäuden, die vor Inkrafttreten der LSV erstellt wurden, sind die Bestimmungen von Anhang 1 LSV für Lärmsanierungen massgeblich, da sonst keine Rückerstattungsansprüche gegenüber dem Anlagenhalter geltend gemacht werden können.

Beispiele

Wesentliche Änderungen:

  • Anbau für zusätzliche Wohnzimmer oder Büroräume
  • Ausbau eines Dachgeschosses für Wohnzwecke
  • Umbau einer 4-Zimmer-Wohnung in beispielsweise vier 1-Zimmer-Wohnungen
  • Umbau eines Stockwerks mit 4 durchgehenden Wohnungen zu 4 einseitig ausgerichteten Wohnungen
  • Umnutzung eines Lagers zu einem Büroraum
  • Umnutzung eines Verkauflokals zu einem Büroraum
  • Umnutzung eines Büroraums zu einem Wohnraum

Unwesentliche Änderungen:

  • Renovation der Innenräume
  • Sanierung der Aussenfassade
  • Anbringen einer Aussenisolation