Bauvorhaben

Lärmschutzmassnahmen

Grundrissgestaltung

Mit der Grundrissgestaltung kann mit geringem Aufwand eine lärmgünstige Anordnung der Lüftungsfenster erreicht werden. Mit seitlich zur Quelle angeordneten Fenstern kann die Belastung um 3 dB reduziert werden. Bei einer vollständig lärmabgewandten Anordnung der Wohn- und Schlafräume treten meist keine IGW-Überschreitungen mehr auf (Reduktion um 10 bis 15 dB).

Bauliche Massnahmen

Bauliche Massnahmen sind Hindernisse zwischen dem Gebäude und der Lärmquelle, welche die Fenster vor Lärmimmissionen abschirmen. Typisch sind Lärmschutzwände und -dämme. Eine analoge Hinderniswirkung können auch Nebengebäude wie Velounterstände oder Garagen erzielen.
Bauliche Massnahmen haben sich so in die Umgebung einzuordnen, dass dem Ortsbild Rechnung getragen wird.

Gestalterische Massnahmen

Gestalterische Massnahmen betreffen das Gebäude selbst. Dazu zählen Erker, Loggias, feste Balkonbrüstungen oder zurückversetzte Dachgeschosse. Es ist darauf zu achten, dass die Reduktion des direkten Schalleintrags nicht durch Reflexionen zunichte gemacht wird.

Zusatznutzen

"Flickwerklösungen" sind nicht tolerierbar; zu bevorzugen sind Massnahmen mit Zusatznutzen (Annexbauten, Loggien). Die Behörden sind aufgefordert, auf optimierte Lösungen hinzuwirken.

Kontrollierte Belüftung bei Wohnräumen

Die Anforderung des Lärmschutzes, dass der Grenzwert am offenen Fenster eingehalten werden muss, gilt für alle Wohnungen, selbst wenn eine Komfortlüftung in der kalten Jahreszeit den Luftaustausch via Fenster ersetzt.
Eine kontrollierte Belüftung als Lärmschutzmassnahme ist demnach nicht zulässig.

Kontrollierte Belüftung bei Räumen in Betrieben

Für Schul- und Betriebsräume sowie für Hotel- und Spitalzimmer (lärmempfindliche Wohnräume in Hotels, Spitälern und ähnlichem, mit in der Regel eher kurzer und absehbarer Dauer des Aufenthalts, nicht aber Pflegezimmer mit unbekannter Aufenthaltsdauer) ist eine kontrollierte Belüftung als Lärmschutzmassnahme zweckmässig und demnach zulässig.
Die Einhaltung der massgebenden Lärmgrenzwerte am offenen Fenster gemäss LSV ist dementsprechend nicht erforderlich.
Eine Bewilligung ist bei Belastungen über den Immissionsgrenzwerten allerdings verbunden mit Auflagen bezüglich kontrollierter Belüftung.
Hotelzimmer und Spitalzimmer werden lärmempfindlichen Wohnräumen gleichgestellt. Im Unterschied zu Zimmern in Wohnungen entfällt der Beurteilungspunkt am offenen Fenster, wenn eine kontrollierte Belüftung installiert wird.
Hotelzimmer sind Räumlichkeiten mit einer auf die begrenzte Aufenthaltsdauer ausgelegten baulichen Infrastruktur. Hotels verfügen insbesondere über einen Empfangsbereich mit Rezeption, einen Frühstücksraum und einen Reduitbereich, in dem die Gäste nach der Abgabe des Zimmers ihr Gepäck aufbewahren können. Hotelzimmer zeichnen sich auch dadurch aus, dass die Zimmer täglich gereinigt und die Betten gemacht werden.

Kosten

Die Kosten der Lärmschutzmassnahmen trägt der Grundeigentümer (Art. 31 Abs. 3 LSV).