Bauvorhaben

Schallschutzmassnahmen am Gebäude

SIA-Norm 181

Für den Schallschutz an neuen oder umgebauten Gebäuden verweist die LSV mit Art. 32 auf die SIA-Norm 181 "Schallschutz im Hochbau" des Schweizerischen Ingenieur- und Architekten-Vereins. Diese Norm findet auch Anwendung, wenn die Lärmbelastung unterhalb des Immissionsgrenzwertes (IGW) liegt.
Die Schallschutzanforderungen umfassen Aussenlärm (Luftschall), Innenlärm (Luftschall und Trittschall) und Geräusche haustechnischer Anlagen.

Grundprinzip

Der notwendige Schallschutz ist abhängig von der Lärmempfindlichkeit der Räume und vom Grad der Lärmbelastung. Für Aussenlärm ist die Belastung an der Fassade bzw. an der gesamten Aussenhülle (Fluglärm) massgeblich.
Die Schalldämmung der Aussenhülle eines lärmempfindlichen Raumes wird anhand der Standard-Schallpegeldifferenz De für die gesamte Aussenhülle des betreffenden Raumes festgelegt.

Mindestanforderungen

Die Mindestanforderungen der SIA-Norm 181 sind bei allen Bauvorhaben einzuhalten. Sie gewährleisten den zur Verhinderung erheblicher Störungen zwischen Nutzungseinheiten erforderlichen Schallschutz. In Gebäuden, welche lediglich die Mindestanforderungen erfüllen, sind Aussenlärm sowie Geräusche aus anderen Nutzungseinheiten meist noch deutlich wahrnehmbar.

Erhöhte Anforderungen

Im Einflussbereich des Flughafens oder bei Überschreitung der IGW der ES III gelten höhere Anforderungen an die Schalldämmung. Die erhöhten Anforderungen können auch vertraglich vereinbart werden (beispielsweise bei Eigentumswohnungen).

De-Werte

Die Vollzugspraxis von Art. 32 LSV im Kanton Zürich wird tabellarisch zusammen- und dargestellt:

Private Kontrolle

Die Schalldämmung der Gebäude wird im Kanton Zürich von zur "Privaten Kontrolle" berechtigten Fachleuten kontrolliert. Vor Baufreigabe wird bei der kommunalen Baubehörde ein Schallschutznachweis eingereicht. Erfordert die Belastung durch Zivilfluglärm Standard-Schallpegeldifferenzen über 35 dB, so ist ein Nachweis bereits mit den Baugesuchsunterlagen einzureichen.

Fensterersatz bei bestehenden Bauten

Beim Fensterersatz in Gebäuden, die nach Inkrafttreten der LSV erstellt wurden (1985), richtet sich die Mindestanforderungen an die Schalldämmung der neuen Fenster samt zugehöriger Bauteile wie Rollladenkästen usw. nach Art. 32 Abs. 3 LSV. Ein Raum, bei dem die Fenster ersetzt werden, hat also die Anforderungen nach der SIA-Norm 181 zu erfüllen. Weisen jedoch die übrigen Fassadenteile eine ungenügende Schalldämmung auf, so dass die Anforderungen nicht erreicht werden können bzw. unverhältnismässig sind, kann die Vollzugsbehörde auf Gesuch hin Erleichterungen gewähren.

Beim Fensterersatz in Gebäuden, die vor Inkrafttreten der LSV erstellt wurden, sind die Bestimmungen von Anhang 1 LSV für Lärmsanierungen massgeblich, da sonst keine Rückerstattungsansprüche gegenüber dem Anlagenhalter geltend gemacht werden können.