Bauvorhaben

Schalldämmung Aussenhülle

Anforderungen an die Schalldämmung der Aussenhülle von Räumen

Die Anforderungen an die Schalldämmung (De) der Aussenhülle lärmempfindlicher Räume basieren auf der Norm SIA 181:2006 und werden bei Belastungen im Bereich von Überschreitungen der Immissionsgrenzwerte erhöht oder verschärft entsprechend Art. 32 der Lärmschutzverordnung (LSV).

Die Fachstelle Lärmschutz publiziert die massgeblichen De-Werte als umfassende Tabellen online, als downloadbares PDF sowie in Form eines praktischen interaktiven Bestimmungswerkzeugs.

Vollzugspraxis

Die oben angeführten Tabellen mit den massgeblichen Anforderungswerten für Luftschall externer Quellen De entsprechen der Vollzugspraxis für den Art. 32 der Lärmschutzverordnung (LSV) im Kanton Zürich.

Aussenlärm

Beurteilt wird nur die Schalldämmung gegen Aussenlärm, wie in der LSV vorgesehen. Die Prüfung und Beurteilung von Innenlärm und Trittschall erfolgt im Rahmen der Privaten Kontrolle.

Empfindlichkeitstufen

Die Anforderungen werden für jeden lärmempfindlichen Raum entsprechend seiner effektiven Nutzung festgelegt, unabhängig von der raumplanerischen Zuordnung der Empfindlichkeitsstufe.

Wohnräume

Für lärmempfindliche Wohnräume gelten die erhöhten Anforderungen nach SIA 181:2006 für alle Lärmarten bei Belastungen von über 65 dB am Tag oder über 55 dB in der Nacht (Verschärfungen nach Art. 32 Abs. 2 LSV).
Für Zivilfluglärm gelten die erhöhten Anforderungen bereits bei Pegeln über 60 dB am Tag oder über 55 dB in der Nacht (Art. 32 Abs. 1 LSV).
Für Militärfluglärm gelten für alle Pegel die Mindestanforderungen. Die Plafonierung auf Basis einer maximalen Belastung von 68 dB berücksichtigt die Abnahme der Lärmimmissionen, die mit der noch ausstehenden Aktualisierung des Katasters zu erwarten sind (LSV Art. 36 Abs. 2 Bst. a.).

Massgeblich ist die Lärmbelastung derjenigen Tages- oder Nachtperiode, welche den höheren De-Wert ergibt.

Wohnräume Planungswerte

Für lärmempfindliche Wohnräume im Zivilfluglärm gelten die erhöhten Anforderungen nach SIA 181:2006 auch in neu ausgeschiedenen oder neu erschlossenen Bauzonen, in denen die Planungswerte massgeblich sind und überschritten werden (erste Nachtstunde, 22 - 23 Uhr).

Betriebsräume

Für lärmempfindliche Betriebsräume gelten für alle Lärmarten immer die Mindestanforderungen nach SIA 181:2006.
Für Zivilfluglärm gelten bei einer Belastung von über 65 dB am Tag die erhöhten Anforderungen.
Für Militärfluglärm gelten für alle Pegel die Mindestanforderungen. Die Plafonierung auf Basis einer maximalen Belastung von 68 dB berücksichtigt die Abnahme der Lärmimmissionen, die mit der noch ausstehenden Aktualisierung des Katasters zu erwarten sind (LSV Art. 36 Abs. 2 Bst. a.).

Massgeblich ist die Lärmbelastung Tag.

Erhöhte Anforderungen LSV und SIA

Erhöhte Anforderungen müssen nicht kumuliert werden.
Wenn z. B. bei Reiheneinfamilienhäusern die erhöhten Anforderungen bereits wegen hoher Lärmbelastung angewendet werden müssen (gemäss LSV und Tabelle "Anforderungswerte Luftschall De"), so müssen diese Werte nicht nochmals (gemäss Kap. 2.2.2 der SIA-Norm 181) erhöht werden.

Schallschutznachweis Zivilfluglärm ab De 36 dB

Erfordern die Belastungen des Zivilfluglärms De-Werte über 35 dB, so ist bereits mit den Baugesuchsunterlagen ein Schallschutznachweis einzureichen, da solche Schalldämmanforderungen die Architektur des Gebäudes und nicht nur die Bauteildimensionierung beeinflussen können.

Machbarkeitsgrenze

Führen sehr hohe Aussenlärmbelastungen zu Anforderungen im Bereich der Machbarkeitsgrenze, so wird der De auf Grund einer Machbarkeitsstudie festgelegt.
Dasselbe gilt für Umbauten und ähnliches, bei denen die Machbarkeitsgrenze tiefer zu liegen kommt. Ein De von 43 dB gilt bei allen Objekten generell als machbar, auch bei Objekten unter Ortsbildschutz. Die Machbarkeitsgrenze für Objekte unter Denkmalschutz kann jedoch tiefer liegen, weil dort die architektonischen und bauakustischen Möglichkeiten viel stärkeren Einschränkungen unterliegen.

Eine Richtlinie zu Handen von Projektierenden und Bewilligungsbehörden ist in Vorbereitung.

Gemeinden

Die Gemeinden können strengere Vorschriften erlassen.