Neuanlagen

Berechnungswerkzeug Parkflächen

Berechnung und Beurteilung der Immissionen von Parkflächen bei Wohnüberbauungen mit bis zu 40 Parkplätzen

Mit diesem Werkzeug lässt sich abschätzen, wie gross die von einer kleinen Parkierungsanlage verursachte Aussenlärmbelastung ist und ob sie die gesetzlichen Vorgaben erfüllt.

  • Für die Beurteilung der Aussenlärmbelastung einer Parkierungsanlage ist der Beurteilungspegel der Nachtperiode massgebend (Pegelkorrektur Nacht und tiefere Grenzwerte als Tagperiode).
  • Das Berechnungswerkzeug berücksichtigt weder Hindernisdämpfung noch Reflexionen und dient nur zur groben Abschätzung.
  • Für Lärmgutachten sind die Resultate des Berechnungswerkzeugs nicht zulässig.
Bild einer Parkfläche im Siedlungsgebiet

 

Die Parkplatzzahl ist ein wichtiger Parameter für die Lärmberechnung bei Wohnüberbauungen.

Parameter zur Berechnung der Lärmemissionen

Emissionspegel eines Parkierungsvorgangs:

  • Gemäss SN 640 578 beträgt der Schallleistungspegel eines Parkierungsvorgangs in einer Wohnsiedlung 67dB.
  • Für Motorräder gilt abgestützt auf die SN 640 578 ein Emissionspegel von 69dB.

Benutzungshäufigkeit und Fahrtenzahl:

  • Für Parkflächen von Wohnungen gilt ein spezifisches Verkehrspotenzial von 2.5 Fahrten pro Parkplatz und Tag.
  • Aus der Parkplatzzahl multipliziert mit dem spezifischen Verkehrspotenzial resultiert die Anzahl Fahrten. Für Parkflächen von Wohnsiedlungen ist mit 25% des gesamten Verkehrs während 12 Nachtstunden zu rechnen.

Geschwindigkeit:

  • Die Geschwindigkeit beträgt auf den Parkflächen weniger als 30 km/h.

Durchfahr- und Parksuchverkehr:

  • Es kann davon ausgegangen werden, dass bei kleinen Parkflächen (< 40 Parkplätze) kein Durchfahrverkehr erzeugt wird. Dieser wird erst bei einer Parkierungsanlage mit mehr als 150 Parkplätzen berücksichtigt.
  • Bei kleinen Parkflächen, welche nicht öffentlich zugänglich sind, wird kein zusätzlicher Parksuchverkehr generiert.

Pegelkorrekturen nach Anhang 6 LSV:

  • Die durch das Parkieren verursachte Störung während der Nachtstunden wird gemäss Anhang 6 LSV mit dem Nachtzuschlag K1 von 5dB berücksichtigt.
  • Der Tongehalt von oberirdisch angeordneten Parkplätzen gilt als gering. Eine Pegelkorrektur K2 muss nicht erhoben werden.
  • Bei Parkflächen treten immer impulshaltige Geräusche auf z.B. durch Türenschlagen. Der deutlich hörbare Impulsgehalt wird mit der Pegelkorrektur K3 von 4dB berücksichtigt.

Parameter zur Berechnung der Lärmimmissionen

Beurteilungen werden sowohl für die bestehenden Wohngebäude auf den Nachbarparzellen als auch für die neu zu erstellenden Gebäude auf dem Areal der nicht öffentlichen Parkflächen durchgeführt:

  • Auf den Nachbarparzellen gelten alle lärmexponierten Fenster lärmempfindlicher Räume als Empfangspunkte.
  • Bei den Wohngebäuden, welche zusammen mit der Parkfläche erstellt werden und zu dieser gehören, sind die Lüftungsfenster gemäss kantonaler Praxis massgeblich. Diese dürfen jedoch nicht durch andere Lärmarten (Strassenlärm, Bahnlärm etc.) über dem Immissionsgrenzwert (IGW) belastet sein.
Plan einer Parkfläche

 

Der Abstand von der Mitte der Parkfläche zum Empfangspunkt ist die massgebende Distanz.

Distanz:

  • Die Formel für die Abstandsdämpfung ist für die Immissionsberechnung grundlegend. Empfangspunkt ist die Mitte des offenen Fensters. Es gilt die kürzeste Distanz zwischen Empfangspunkt und Mitte der Parkfläche bei einer Quellenhöhe von 0.8 m.

Aspektwinkel und Hindernisse:

  • Wenn eine Parkfläche direkte Sichtverbindung mit dem Lüftungsfenster hat, wird keine Aspektwinkelreduktion gewährt.
  • Wenn die Sichtlinie zwischen der Mitte der Parkfläche und dem Empfangspunkt nicht unterbrochen ist, wird für Hindernisse keine Pegelreduktion berücksichtigt.