Neuanlagen

Berechnungswerkzeug Tiefgaragen

Berechnung und Beurteilung der Immissionen von Tiefgaragenzufahrten und -rampen bei Wohnüberbauungen mit bis zu 200 Parkplätzen

Mit diesem Werkzeug lässt sich abschätzen, wie gross die von einer Tiefgaragenzufahrt oder -rampe verursachte Aussenlärmbelastung ist und ob sie die gesetzlichen Vorgaben erfüllt.

  • Für die Beurteilung der Aussenlärmbelastung einer Tiefgaragenzufahrt oder -rampe ist der Beurteilungspegel der Nachtperiode massgebend (Pegelkorrektur K1 für Nachtstunden und tiefere Grenzwerte als Tagperiode).
  • Das Berechnungswerkzeug berücksichtigt weder Hindernisdämpfung noch Reflexionen und dient nur zur groben Abschätzung der Lärmbelastung.
  • Für Lärmgutachten sind die Resultate des Berechnungswerkzeugs nicht zulässig.
Bild einer Tiefgaragen Einfahrt in einer Siedlung

 

Parkplatzzahl sowie Zufahrts- und Rampensteigung sind wichtige Parameter für die Lärmemission.

Emissionspegel einer Einzeldurchfahrt:

  • Der Emissionspegel wird gemäss SN 640 578 berechnet. Diese geht pro Fahrzeug und Durchfahrt von einem Emissionspegel von 43.4 dB aus.
    Die Emissionen durch das Öffnen und Schliessen des Garagentors tragen nicht massgeblich zum Immissionspegel bei und können vernachlässigt werden.

Portaleffekt:

  • Der Portaleffekt (Lärm aus dem Garageninnern) muss nur berücksichtigt werden, sofern das Garagenportal in der Sichtlinie des Empfangspunktes liegt. Die Berechnung erfolgt nach SN 640 578.

Benutzungshäufigkeit und Fahrtenzahl:

  • Für Parkplätze von Wohnungen gilt ein spezifisches Verkehrspotenzial von 2.5 Fahrten pro Parkfeld und Tag. Dieses Verkehrsaufkommen gilt auch für Tiefgaragenparkplätze von Wohnüberbauungen.
  • Aus der Parkplatzzahl multipliziert mit dem spezifischen Verkehrspotenzial resultiert die Anzahl der Fahrten. Es ist mit 25% des gesamten Verkehrs in 12 Nachtstunden zu rechnen.

Geschwindigkeit:

  • Die Geschwindigkeit auf den Zufahrten beträgt weniger als 30 km/h. Bei einer solch geringen Geschwindigkeit dominiert das Antriebsgeräusch gegenüber dem Rollgeräusch. Auf einen Belagszuschlag für profilierte Fahrbahnbeläge kann deshalb verzichtet werden.

Steigung der Rampe und Zufahrt:

  • Tiefgaragenrampen gelten als Strassenabschnitte mit ausgeprägter Steigung (i). Der Steigungszuschlag ([i - 3] * 0.5) wird nur für die Hälfte der Fahrten, d.h. nur für die aufwärts fahrenden Autos berechnet.
  • Die maximale Längsneigung einer ungedeckten Tiefgaragenrampe liegt gemäss SN 640 291a bei 15%, diejenige einer gedeckten Rampe bei 18%.

Pegelkorrekturen nach Anhang 6 LSV:

  • Die verursachte Störung durch die Ein- oder Ausfahrt in die Tiefgarage während der Nachtstunden wird gemäss Anhang 6 LSV mit dem Nachtzuschlag K1 von 5 dB berücksichtigt.
  • Es ist davon auszugehen, dass der Parkierungslärm einer Tiefgarage nicht tonhaltig ist. Somit muss keine Pegelkorrektur K2 erhoben werden.
  • Die Geräuschcharakteristik des Zu- und Abfahrtverkehrs wird als nicht impulshaltig eingestuft. Allerdings muss die Abdeckung der Regenrinne zwingend lärmarm ausgebildet sein, z. B. mit verschraubten Gusseisenplatten. Ist dies der Fall, so kann auf eine Pegelkorrektur K3 verzichtet werden.

Eine Beurteilung wird einerseits für bestehende Wohngebäude auf Nachbarparzellen durchgeführt, andererseits für die neuen Gebäude, zu denen die Tiefgarage gehört.
Alle Fenster lärmempfindlicher Räume werden beurteilt.

 

Bild einer Tiefgaragen Einfahrt in einer Siedlung

 

Für Wohnungen in der Nachbarschaft gilt das exponierte Fenster als Empfangspunkt.

Berechnung:

  • Die Immissionsberechnung erfolgt nach den Formeln für die Abstandsdämpfung für Punktquellen. Empfangspunkt ist die Mitte des offenen Fensters. Massgebend ist die Distanz zwischen Empfangspunkt und Mittelpunkt der Rampe bzw. Zufahrt bei einer Quellenhöhe von 0.8 m.

Reflexionen:

  • Werden die Seitenwände der Tiefgaragenrampen nicht schallabsorbierend ausgeführt, muss mit einem Reflexionszuschlag von mindestens 2 dB gerechnet werden.
  • Für Garagen mit über 40 Parkplätzen oder bei einer Distanz von weniger als 5 m vom Empfangspunkt zur Rampenachse ist eine absorbierende Verkleidung der Rampenwände zwingend notwendig.