Neuanlagen

Neuanlagen mit UVP

Im Anhang der Verordnung über die Umweltverträglichkeitsprüfung (UVPV) sind alle Anlagen aufgeführt, welche einer UVP unterstellt sind. Darunter fallen z. B. grössere Verkehrsanlagen wie Autobahnen, Hauptstrassen und Bahnlinien, grosse Parkhäuser, Fabriken, Sportstadien, Einkaufszentren und Vergnügungsparks. Im Sinne der Vorsorge können durch eine UVP frühzeitig Probleme erkannt, die geeigneten Umweltschutzmassnahmen gesucht und ins Projekt integriert werden. Im Umweltbereich Lärm spielt der von einer Anlage erzeugte Mehrverkehr eine wichtige Rolle. Aber auch die Lärmemissionen, die von der Anlage selber ausgehen, müssen betrachtet werden.

Neue lärmige Anlagen müssen die Planungswerte einhalten

Die Emissionen einer neuen Anlage müssen soweit begrenzt werden, als dies technisch und betrieblich möglich sowie wirtschaftlich tragbar ist. Zumindest aber dürfen bei den Lärmbetroffenen die Planungswerte (PW) nicht überschritten werden. Wird eine bestehende Anlage wesentlich geändert, so müssen zumindest die Immissionsgrenzwerte (IGW) eingehalten werden. Als Änderungen gelten Umbauten, Erweiterungen und Betriebsänderungen, wenn zu erwarten ist, dass die Anlage selbst oder die Mehrbeanspruchung bestehender Verkehrsanlagen wahrnehmbar stärkere Lärmimmissionen erzeugen. Der Wiederaufbau von Anlagen gilt in jedem Fall als wesentliche Änderung.

Die Vollzugsbehörde gewährt auf Antrag der Fachstelle Lärmschutz Erleichterungen, soweit die Einhaltung der PW zu einer unverhältnismässigen Belastung für die Anlage führen würde und ein überwiegendes öffentliches Interesse an der Anlage besteht. Die IGW dürfen jedoch nicht überschritten werden.

Bild einer Autobahn bei Regenwetter

 

Nationalstrassen und andere grosse Anlagen laufen dank UVP-Pflicht weniger Gefahr, gegen die Lärmvorschriften zu verstossen und nachträglich zu Recht geflickt werden zu müssen - Verspätungen und Mehrkosten inbegriffen.

Induzierter Verkehr darf nicht zu Lärmproblemen führen

Zudem darf der Betrieb einer Anlage nicht dazu führen, dass im angrenzenden Verkehrsnetz die IGW überschritten werden oder dass eine bereits sanierungsbedürftige Verkehrsanlage wahrnehmbar lauter wird.
Einkaufszentren in der Agglomeration sind auf den Privatverkehr ausgerichtet. Gratisparkplätze, eine ungenügende Erschliessung mit öffentlichen Verkehrsmitteln und fehlende Hauslieferdienste sind die Regel. Lärm macht denn auch nicht das Einkaufszentrum, sondern der induzierte Verkehr.

Der induzierte Verkehr ist gezielt zu führen, sodass eine möglichst geringe Lärmauswirkung auf das Siedlungsgebiet erfolgt.