Neuanlagen

Tiefgaragenzufahrten in Wohngebieten

Die Lärmimmissionen offener Tiefgaragenzufahrten und -rampen können zu störenden Lärmbelastungen führen. Im Rahmen eines Baugesuchs sind deshalb neben der Strassenlärmsituation auch der ruhende Verkehr und die von ihm verursachten Lärmauswirkungen auf die nahen Wohnräume zu beurteilen.

Bild einer Tiefgaragen Einfahrt in einer Siedlung

 

Tiefgaragen von Wohnüberbauungen dürfen und müssen keine störenden Lärmquellen sein.

Am Fenster lärmempfindlicher Räume sind die Planungswerte nach Anhang 6 LSV einzuhalten. Für die Beurteilung sind immer die Grenzwerte in der Nacht anzuwenden. Ausnahmen bei Grenzwertüberschreitungen sind keine zulässig.

Differenzierte Beurteilung je nach Art und Grösse der Tiefgarage

Grundsätzlich gilt die Schweizerische Norm (SN) 640 578 für Lärmimmissionen von Parkierungsanlagen des Schweizerischen Verbandes der Strassen- und Verkehrsfachleute (VSS) vom 1. August 2006.Diese Norm beurteilt alle Parkierungsanlagen nach der für Gewerbelärm massgebenden Nachtperiode von 19 bis 7 Uhr. Dieser Ansatz soll die Schlafphase schützen.
Die Geräuschcharakteristik einer kleinen Tiefgarage einer Wohnüberbauung, wo die Zufahrt die hauptsächliche Lärmquelle darstellt, ist jedoch nicht mit derjenigen eines öffentlichen Parkhauses vergleichbar. Daher dürfen solche kleinen Anlagen nach der Zeitperiode des Strassenlärms (22 bis 6 Uhr) beurteilt werden.
Die Lärmimmissionen offener Tiefgaragenzufahrten und -rampen werden von der Fachstelle Lärmschutz des Kantons Zürich nach Anzahl Parkplätze differenziert beurteilt:

  • Für Tiefgaragen bis und mit 100 Parkplätzen gilt eine Nachtperiode nach Anhang 3 LSV (Strassenlärm) von 22 bis 6 Uhr. 10% des gesamten Verkehrs fallen auf die Nachtstunden.
  • Für Tiefgaragen mit mehr als 100 Parkplätzen gilt die Nachtperiode nach Anhang 6 LSV (Industrie- und Gewerbelärm) von 19 bis 7 Uhr. 25 % des Verkehrs fallen auf die Nachtstunden.
  • Eine Lärmbeurteilung von Tiefgaragenzufahrten ist nicht erforderlich, wenn die Parkplatzzahl unter 22 liegt, das Portal ein selbst schliessendes schalldichtes Tor aufweist und zudem die Distanz vom Empfangspunkt zur Rampenachse mehr als 5 m beträgt.
  • Für Tiefgaragen mit mehr als 200 Parkplätzen wird ausschliesslich die SN 640 578 angewendet.

Massnahmen

  • In erster Priorität ist die geeignete Lage einer Garagenzufahrt festzulegen. Dabei gilt es, den kürzesten und am wenigsten störenden Weg von der Strasse zur Einfahrt zu finden.
    Zufahrten und Rampen sollten zudem weder in der Nähe von Balkonen und Sitzplätzen noch von Kinderspielplätzen und anderen gemeinschaftlich genutzten Bereichen wie Grillplätzen angeordnet werden, auch wenn diese privaten und halböffentlichen Aussenräume vom Gesetz nicht geschützt werden.
Bild einer Tiefgaragen Einfahrt in einer Siedlung

 

Die Möglichkeit einer Einhausung der Rampe ist als Massnahme immer zu prüfen.

  • Eine Einhausung der Zufahrt und der Rampe ist auf jeden Fall zu prüfen. Natürlich ist es aus baurechtlichen oder wohnhygienischen Gründen nicht immer möglich, die Rampen vollständig einzuhausen.
  • Die Lüftungsfenster von lärmempfindlichen Räumen sind wenn immer möglich nicht direkt auf die Rampe auszurichten, sondern der Zufahrt abgewandt anzuordnen.
  • Die Regenrinnen müssen lärmarm ausgebildet sein, z. B. mit verschraubten Gusseisenplatten.
  • Für Garagen mit über 40 Parkplätzen oder bei einer Distanz von weniger als 5 m vom Empfangspunkt zur Rampenachse ist eine absorbierende Verkleidung der Rampenwände zwingend notwendig.

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Beitrag in der "Zürcher Umweltpraxis":