Neuanlagen

Aussenlärm

Luft-Wasser-Wärmepumpen erzeugen immer Aussenlärm, auch wenn sie im Hausinneren aufgestellt sind. Dies liegt daran, dass der Lärm durch die Zu- und Abluftschächte nach aussen dringt.

Die Ausseninstallation einer Wärmepumpe ist aus lärmschützerischer Sicht ungünstig und sollte wenn möglich vermieden werden.

Immissionsort

Bei bereits bestehenden Gebäuden ist das nächstgelegene Fenster eines lärmempfindlichen Raumes der relevante Beurteilungspunkt.
Bei Gebäuden, welche im Zusammenhang mit der Wärmepumpe erstellt werden, ist das nächstgelegene Lüftungsfenster der massgebende Beurteilungspunkt.
Für benachbarte, unüberbaute Grundstücke in einer Bauzone gelten die Grenzwerte auf der Baulinie.

Grenzwerte

Für die Immissionsberechnung sind die Grenzwerte in der Nacht relevant. Die Grenzwerte für nach dem 1. 1. 1985 installierte Wärmepumpen richten sich nach der Lärmschutzverordnung (LSV) Art. 7 Abs. 1. Für lärmempfindliche Räume sind gemäss Art. 7, Abs. 1 lit. b die Planungswerte nach Anhang 6 der LSV einzuhalten.
Die Grenzwerte am Immissionsort sind abhängig von der Empfindlichkeitsstufe (ES).

Die folgende Tabelle gibt für Wohngebiete Empfehlungen für die minimalen Abstände zwischen Wärmepumpe und Immissionsort in Abhängigkeit des Schallleistungspegels an. Bei diesen Abständen können die Planungswerte in der Regel eingehalten werden.
Die Tabelle dient lediglich der groben Planung. Je nach Situation (Hinderniswirkung anderer Gebäude, Reflexionen, etc.) können die Abstände variieren.

Minimalabstände

Schallleistungspegel Wärmepumpe45 dB50 dB55 dB60 dB65 dB
Abstand
(Wärmepumpe- Empfangspunkt)
5 m8 m12 m23 m>30 m

Mit Hilfe des Berechnungswerkzeuges "Berechnung Wärmepumpen-Aussenlärm "kann die Lärmbelastung am Immissionsort genauer abgeschätzt und die Einhaltung der Planungswerte der massgebenden Empfindlichkeitsstufe überprüft werden.

Vorsorgeprinzip

Gemäss Art. 7, Abs. 1 lit. b ist dem Vorsorgeprinzip grundsätzlich und unabhängig von der Einhaltung der Belastungsgrenzwerte der LSV und der bestehenden Lärmbelastung (z.B. durch Strasse etc.) Rechnung zu tragen.
Dies bedeutet insbesondere, dass ein möglichst lärmarmes Produkt auszuwählen und der Aufstellungsort geeignet zu wählen ist. Bei der Berechnung ist zudem ein Sicherheits- und Vorsorgezuschlag von 3 dB zu berücksichtigen.

Lärmschutzmassnahmen

Mit geeigneten Massnahmen wird die Lärmbelastung am Empfangspunkt herabgesetzt.

1. Wahl des Typs

Bei einer innen installierten Sole-Wasser-Wärmepumpe (Erdsonde) kann Aussenlärm in der Regel vermieden werden. Es ist allerdings nicht überall gestattet, eine Erdsonde zu installieren. Ob an einem bestimmten Standort die Wärmenutzung mittels einer solchen Wärmepumpenanlage erlaubt ist, lässt sich anhand des Wärmenutzungsatlas (GIS-Browser) überprüfen.

2. Gerätewahl

Es gibt sehr grosse Unterschiede zwischen den verschiedenen Geräten. Der Schallleistungspegel einer lauten Wärmepumpe kann bis zu 80 dB betragen, während leisere Geräte bei gleicher Heizleistung 45-60 dB erreichen.
Es empfiehlt sich daher, bei der Wahl einer Wärmepumpe auch auf den Schallleistungspegel für Innen und Aussen zu achten.
Der Schallleistungspegel einiger Modelle findet sich auf der Website des Wärmepumpen-Testzentrums.
Ansonsten empfiehlt es sich, beim Hersteller nachzufragen. Bei Herstellerangaben ist darauf zu achten, ob es sich bei der Angabe um einen Schallleistungspegel oder einen Schalldruckpegel in einem bestimmten Abstand handelt.
 

3. Aufstellungsort

Dem optimalen Standort der Wärmepumpe bei aussen aufgestellten Anlagen bzw. dem Standort der Lüftungsschächte bei innen aufgestellten Anlagen ist möglichst frühzeitig grösste Beachtung zu schenken. Der Standort ist möglichst abgewandt und in möglichst grosser Distanz von Nachbarliegenschaften zu wählen. Wenn möglich ist die Wärmepumpe im Hausinnern (Keller, ...) aufzustellen und der Abluftschacht soll an einer von den Nachbargebäuden abgewandten Fassade platziert werden.

4. Schalldämpfer und andere technische Massnahmen

Massnahmen zur nachträglichen Sanierung von zu lauten Wärmepumpen sind oft aufwendig und kostspielig. Die Wirkung von technischen Massnahmen zur Reduktion der Schallabstrahlung wird hingegen oft überschätzt. Massnahmen in der Planungsphase (Massnahmen 1.-3.) sind deshalb technischen Massnahmen vorzuziehen. 
Wo einfache Massnahmen in der Planungsphase nicht ausreichen oder bei bereits installierten Geräten, können jedoch technische Massnahmen zur Reduktion der Schallausbreitung notwendig werden. Sämtliche technischen Massnahmen sind grundsätzlich frequenzbezogen auszulegen. Prinzipiell gilt: Je tieffrequenter die Geräuschzusammensetzung ist, umso schwieriger ist es wirkungsvolle Massnahmen zu realisieren. Schalldämpfer und andere technische Massnahmen sind im Anhang der Vollzugshilfe 6.21 «Lärmtechnische Beurteilung von Luft/Wasser-Wärmepumpen» beschrieben.

In der aktuellen Version der Vollzugshilfe wurde der „Stand der Technik“ vorläufig entfernt, da die Datengrundlage überarbeitet wird.
Bis auf weiteres ist deshalb bei der Berechnung ein Sicherheits- und Vorsorgezuschlag von +3 dB zu berücksichtigen.
In den aktuellen Nachweisformularen ist der Zuschlag integriert.