Neuanlagen

Innenlärm

Aussen montierte Wärmepumpen erzeugen keinen Innenlärm, wohl aber Aussenlärm. Dadurch werden Anwohner belästig und aufwändige, teure Lärmschutzmassnahmen nötig. Aus Lärmschutzgründen sollte daher auf die Aussenmontage von Wärmepumpen verzichtet werden, wodurch jedoch ein Problem mit Innenlärm auftreten kann.

Grenzwerte

Die Norm SIA 181:2006 legt den maximalen zulässigen Schallpegel LH von haustechnischen Anlagen in Wohnräumen fest. Dieser richtet sich nach der Lärmempfindlichkeit der Räume sowie nach der Anforderungsstufe. Dabei wird nicht zwischen Luft- und Körperschallübertragung unterschieden.
Für Innenlärm innerhalb der gleichen Nutzungseinheit gibt die Norm nur Empfehlungen ab.
Messungen für Innenlärm werden bei geschlossenem Fenster durchgeführt.

Lärmschutzmassnahmen

Innenlärm entsteht bei allen innen installierten Wärmepumpentypen, wobei sowohl Körper- als auch Luftschall auftreten. Störender ist meist der Körperschall. Mit geeigneten Massnahmen können Körperschall- und Luftschall stark reduziert werden.

1. Gerätewahl

Bezüglich Lärm gibt sehr grosse Unterschiede zwischen den verschiedenen Geräten, sowohl bei Luft-Wasser- als auch bei Sole-Wasser- und Wasser-Wasser-Wärmepumpen (Erdsonden). Der Schallleistungspegel einer lauten Wärmepumpe kann bis zu 80 dB betragen, während leisere Geräte nur 45-60 dB erreichen.
Es ist daher bei der Wahl einer Wärmepumpe unbedingt auf den Schallleistungspegel für Innen und Aussen zu achten.
Der Schallleistungspegel einiger Modelle findet sich auf der Website des Wärmepumpen-Testzentrums.
Ansonsten empfiehlt es sich, beim Hersteller nachzufragen. Bei Herstellerangaben ist darauf zu achten, ob es sich bei der Angabe um einen Schallleistungspegel oder einen Schalldruckpegel in einem bestimmten Abstand handelt.

2. Aufstellungsort

Eine einfache und sehr effektive Lärmschutzmassnahme ist die geeignete Positionierung des Gerätes. Die Gebäudefundamentplatte (Kellerboden) ist für die Lagerung wesentlich günstiger als eine Geschossdecke, da letztere zum Schwingen angeregt werden kann. Die unmittelbare Nähe von Büro-, Wohn- und Schlafräumen ist zu meiden.

3. Lagerung

Eine wirksame Massnahme gegen Körperschall ist die elastische Lagerung. Dazu wird die Wärmepumpe auf eine Platte mit Gummifüssen gestellt. Um eine optimale Wirkung zu erzielen, müssen sowohl Platte als auch Füsse richtig dimensioniert werden.

Plan einer Lagerung einer Wärmepumpe

Abbildung 1: Elastische Lagerung

4. Entkoppelung

Wenn die Wärmepumpe elastisch gelagert ist, kann Körperschall immer noch durch die abgehenden Leitungen übertragen werden. Um das zu verhindern, lassen sich so genannte Kompensatoren in die Leitungen einsetzen, also flexible Schläuche, welche um 90 bis 360 Grad gebogen sind.

Skizze eines Kompensators einer Wärmepumpe

Abbildung 2: Kompensator

Weiter ist auf eine elastische Lagerung oder Aufhängung der Leitungen zu achten. Es empfiehlt sich, die Installation durch einen Fachmann ausführen zu lassen, denn die Wirkung einer Entkoppelung kann schon durch kleine Fehler (z.B. zu fest angezogene Schrauben) zunichte gemacht werden.

Skizze einer Aufhängung einer Wärmepumpe

Abbildung 3: Körperschalldämmung bei der Installation von Kältemittelleitungen

5. Kapselung und Entkoppelung

Der von der Wärmepumpe abgegebene Luftschall kann durch Kapselung beschränkt werden.

Skizze einer Kapselung einer Wärmepumpe

Abbildung 4: Kapsel
(1 = Kapselwand, 2 = schallabsorbierende Innenverkleidung, 3 = körperschalldämmende, dichte Auflage)

Bei innen installierten Luft-Wasser-Wärmepumpen können die Luftkanäle leicht in Schwingung versetzt werden. Es ist deshalb darauf zu achten, dass die Luftkanäle von den Körperschallquellen entkoppelt montiert werden.