Neuanlagen

Windturbinen

Die Nutzung von Windenergie erlebt seit einigen Jahren einen Boom. In verschiedenen Ländern Europas werden umfangreiche Windparks gebaut, und auch das Interesse an Kleinwind- bzw. Hauswindkraftanlagen nimmt zu. Viele Privatpersonen wollen sich vom Stromversorgungsnetz unabhängig machen und einen Teil ihres Energieverbrauchs selbst produzieren. Besonders deutlich ist dies in Deutschland, wo bereits tausende von Kleinwindanlagen verkauft worden sind.

Auch in der Schweiz wird immer mehr Windenergie produziert. Kleinwindanlagen sind jedoch noch weitgehend unbekannt.

Foto einer Windanlage

 

Es gibt keine einheitliche Definition des Begriffs Kleinwindanlage. In der Regel versteht man darunter Anlagen zur Selbstversorgung mit einer Leistung von wenigen Watt bis zu 6 kW.

 

(Quelle: www.wind-data.ch)

Lärmemissionen

Wie ihre grossen Brüder erzeugen auch Kleinwindanlagen Emissionen. Neben Schattenwurf bereitet Lärm dabei die meisten Probleme. Ob eine Anlage störende Geräusche verursacht und wie laut diese sind, hängt stark vom Typ der Anlage und von der Windstärke ab. Das Spektrum kann von einem kaum hörbaren Sirren bis zu lautem Flattern reichen.

Hersteller werben oft mit besonders geräuscharmen Anlagen, doch konkrete Daten werden kaum je veröffentlicht. Plant man deshalb den Kauf einer Anlage, sollte man sich unbedingt erkundigen, ob mit der Anlage Lärmmessungen durchgeführt worden sind.

Lärmemission Windturbinen: Rotoren- und Motorenlärm

Lärmemission Windturbinen: Rotoren- und Motorenlärm

Luftschall von Windturbinen

Beurteilung

Kleinwindanlagen gelten als Industrieanlagen und müssen die im Anhang 6 der LSV festgelegten Grenzwerte einhalten. In der Beurteilung der Lärmemission spielen nebst dem Schallleistungspegel auch der Impulsgehalt und die Tonalität des Geräusches eine Rolle. Eine schlechte Wartung kann mit der Zeit zu störenden Quietsch- oder Rattergeräuschen führen.

Im Gegensatz zu den grossen Windkraftanlagen, wo ein aufwendiges Lärmgutachten notwendig ist, schlägt die Fachstelle ein vereinfachtes Verfahren vor, das auf die Bestimmung der Lärmphasen verzichtet. Nimmt man beispielsweise eine Anlage, die in 10 m Distanz zum nächsten lärmempfindlichen Raum erstellt werden soll, so darf in einem Wohngebiet der Lärmempfindlichkeitszone ES II ihr Schallleistungspegel 63 dBA nicht überschreiten. Dabei ist der Planungswert für die Nacht relevant, der in diesem Fall 45 dBA beträgt.

Planung ist wichtig

Schlussendlich spielt der Lärm bei der Beurteilung eines Baugesuchs für eine Kleinwindanlage nicht die zentrale Rolle. Fragen des Ortsbildschutzes und der Raumplanung dürften stärker ins Gewicht fallen. Eventuell muss auch nachgewiesen werden, dass der Standort für die Nutzung von Windenergie geeignet ist. Um aber keine unangenehmen Überraschungen zu erleben, sollte man sich genau mit der Lärmproblematik auseinandersetzen. Wenn es knapp wird, hilft vielleicht die Wahl eines anderen Anlagetyps oder mehr Abstand weiter. Sind diese Faktoren einmal gesetzt, können ausser der Betriebsbeschränkung keine Lärmschutzmassnahmen mehr getroffen werden.