Raumplanung

Lärmschutz im Gestaltungsplan

Skizze eines Hauses an einer befahrenen Strasse

Der Gestaltungsplan erlaubt eine umfassende Planung über grössere Baugebiete. Bei Lärmproblemen ermöglicht er gute und umfassende Lärmschutzlösungen, die später, im Rahmen einzelner Bauvorhaben, nicht mehr möglich sind.

Welche Grenzwerte gelten?

Werden mit einem Gestaltungsplan neue Bauzonen geschaffen oder ist das Gebiet noch nicht erschlossen, so müssen die strengeren Planungswerte (PW) eingehalten werden. Ansonsten gelten die Immissionsgrenzwerte (IGW).

Welche Empfindlichkeitsstufen (ES) gelten?

Im Rahmen des Gestaltungsplans werden nach kantonaler Praxis die Empfindlichkeitsstufen nutzungskonform je Baubereich zugeordnet. Wo eine Mischnutzung mit ES III beabsichtigt ist, ist diese durch die Festlegung eines minimalen Gewerbeanteils (20 %) bzw. eines maximalen Wohnanteils (80 %) auch raumplanerisch sicherzustellen oder aber die Nutzung ist auf Wohnen und nicht störende Betriebe zu beschränken und es ist eine ES II zuzuordnen.

Auf den Lärmschutz reduzierte Gestaltungspläne

Der Inhalt eines Gestaltungsplans kann sich auf den Lärmschutz beschränken mit dem Zweck, die Einhaltung der PW sicherzustellen und/oder umfassende Massnahmen festzulegen, die in späteren Bauverfahren nicht mehr möglich sind.

Der Gestaltungsplan zur Sicherung der Planungswerte

Die Einhaltung der PW kann nicht im Baubewilligungsverfahren verlangt werden, da nach Art. 31 LSV in diesem Verfahren die IGW gelten.
Planungswerte müssen deshalb in der Bauordnung oder eben mit einem Gestaltungsplan gesichert werden. Wird bei einer Einzonung nur eine Gestaltungsplanpflicht auferlegt, so ist der Zweck (Sicherung der PW) in der Bauordnung festzuhalten.
Die Sicherung der PW kann entweder mit konkreten Lärmschutzmassnahmen oder aber mit der Festlegung der mindestens erforderlichen Lärmreduktion gegenüber der Emissionsquelle erreicht werden. Die Vorschrift "Es gelten die Planungswerte" genügt nicht.

Konkrete Massnahmen erleichtern die Baubewilligung

Werden in den Gestaltungsplanvorschriften konkrete und damit einfach überprüfbare Lärmschutzmassnahmen festgesetzt, so sind im Rahmen der Baubewilligung keine Lärmabklärungen mehr notwendig.

Darstellung eines Gewerberiegels vor einer Siedlung

Vorschriften als Chance. Mit einem im Gestaltungsplan vorgesehenen strassenseitig orientierten Gewerberiegel kann der Strassenraum belebt und das rückwärtige Wohngebäude sowie der Aussenraum vor Lärm geschützt werden.

Tiefgarageneinfahrten lärmoptimieren

Für Tiefgaragen sind im GP die Erschliessungsbereiche festzulegen oder zu optimieren. Hiermit lässt sich die Lärmbelastung der Nachbarschaft durch die Rampe und allenfalls durch Portaleffekte frühzeitig beschränken. Vorab sollen die bezüglich Lärm schlechten Anordnungen bestimmt und vermieden werden.
Gegebenenfalls ist die Machbarkeit nachzuweisen, um zu verhindern, dass die Erschliessungsfestlegungen später in der Baubewilligung zu Problemen führen.
Im GP sollte alles gelöst werden, was hier gelöst werden kann.
Bei neuen Anlagen kann im Sinne der Vorsorge mit wenig Aufwand auch mehr verlangt und erreicht werden als die Einhaltung der PW.