Raumplanung

Lärmschutz im Quartierplan

Je früher der Lärmschutz in die Planung miteinbezogen wird, desto besser. Der Quartierplan eignet sich gut dafür. Eine Analyse der Lärmsituation zeigt, wo im Perimeter die Grenzwerte eingehalten sind und in welchen Bereichen für zukünftige Gebäude Massnahmen notwendig sind. Diese können im Quartierplan selbst festgelegt (vorab Lärmschutzwände oder Dämme) werden oder aber mit einem auf den Lärmschutz reduzierten privaten Gestaltungsplan.

Gilt der Planungswert oder der Immissionsgrenzwert?

Ist ein Quartierplanperimeter noch nicht erschlossen, so sind nach Art. 30 LSV die Planungswerte (PW) massgebend. Als nicht erschlossen gilt ein Perimeter, wenn keine hinreichende Zufahrt besteht und die erforderlichen Wasser-, Energie- und Abwasserleitungen noch nicht an die überbaubaren Parzellen heranführen. Da Quartierpläne grundsätzlich der Erschliessung dienen, ist dies der Normalfall. Gelten Quartierpläne bereits als erschlossen - z. B. wenn lediglich eine Revision erfolgt - so kommen die Immissionsgrenzwerte (IGW) zur Anwendung. Das Amt für Raumentwicklung (ARE) bestimmt im Zweifelsfall den Erschliessungsgrad. Dieser muss nicht zwingend für den gesamten Quartierplanperimeter einheitlich sein.

Lärmbeurteilung im Quartierplan

Die Grenzwerte müssen überall dort eingehalten werden, wo dereinst Gebäude mit lärmempfindlichen Räumen erstellt werden können. Entlang von Staatsstrassen sind die Baulinien für die Lärmbeurteilung massgebend.
Gelten die IGW, so kann der Lärmschutz auch mit dem Bauprojekt gelöst werden. Eine Ausnahme bilden hier parzellenübergreifende Massnahmen wie Lärmschutzwände oder Dämme. Sind die PW einzuhalten, so muss dies im Quartierplan oder in einem anderen planerischen Verfahren (z. B. Gestaltungsplan) sichergestellt werden.

Mit Lärmschutzwänden ganze Wohnquartiere schützen

Werden die massgebenden Grenzwerte nicht eingehalten, können im Quartierplan bauliche Lärmschutzmassnahmen, also Wände oder Dämme, geplant werden. Solche Lärmschutzbauten sind vorab bei Wohnnutzung sinnvoll, wirken jedoch ungenügend, wenn sie nur auf der Anstosslänge einer kleinen Parzelle errichtet werden. Wände oder Dämme sind deshalb Teil der Erschliessung und werden im Quartierplan in Lage und Höhe verbindlich festgelegt. Für Lärmschutzbauten spricht, dass diese nicht nur das Gebäude schützen, sondern auch das Wohnumfeld. Nachteilig ist die oft negative Wirkung auf das Ortbild.

Foto einer befahrenen Strasse mit Lärmschutzmassnahmen

Foto eines begrünten Erdwalles von der Strassenabgewandten Seite

 

Ruhige Gärten, der Lärm bleibt auf der Strasse. Lärmschutzwände und Wälle schützen auch den wichtigen Aussenraum - dank Vorsorge im Quartierplan.

Lärmschutz durch günstige Parzellierung

Grundlegender Bestandteil eines Quartierplans ist die Neuparzellierung. Die Lage, Grösse und Verteilung der neuen Grundstücke bestimmt den Spielraum für eine lärmgünstige Anordnung der Gebäudekörper und der Wohnungsgrundrisse.

Kostenschlüssel für Lärmschutzbauten

Foto eines Schlüssel und Geldmünzen

Schreibt der Quartierplan bauliche Massnahmen vor, muss er auch einen Kostenschlüssel für diese Lärmschutzbauten enthalten. Dabei stellt sich die Frage, ob nur diejenigen Grundeigentümer bezahlen sollen, bei denen die Grenzwerte ohne Wand oder Damm überschritten wären oder sollen auch diejenigen mitfinanzieren, die ihn aus rechtlicher Sicht zwar nicht bräuchten, jedoch von der Lärmreduktion ebenfalls profitieren?


Sind entlang einer lauten Strasse bereits einzelne Parzellen überbaut (vor 1985) und wird der IGW überschritten, so besteht für diese eine Sanierungspflicht des Anlagehalters. Die Beteiligung an den Kosten für bauliche Massnahmen ist deshalb im konkreten Fall zu klären.

Ergänzender Gestaltungsplan Lärm

Gelten die PW und können diese mit baulichen Massnahmen nicht eingehalten werden oder sind solche Lärmschutzbauten gar nicht machbar, so muss ein Lärmgestaltungsplan zur Sicherung der PW erarbeitet werden.