Raumplanung

Quartierplan Maienried in Winterthur

Zurück zur Übersicht

Für das Gebiet Maienried wurde im Rahmen der Quartierplanung eine Lärmschutzwand vorgesehen. Deren Form und zusätzlich notwendige Massnahmen zur Einhaltung der PW wurden in einem GP geregelt.

Ausgangslage Quartierplan

Lärmquellen

Das Planungsgebiet Maienried grenzt an die stark befahrenen Wülflingerstrasse, Salomon Hirzel-Strasse, die Autobahnauf- und -abfahrt sowie die Autobahn A1. Die Lärmgrenzwerte sind aufgrund dieser bedeutenden Lärmquellen teilweise überschritten.

Abbildung eines Planausschnittes

 

Die Lärmquellen (Strassen blau) beeinträchtigen das Planungsgebiet Maienried (gelb).

Abbildung eines Planausschnittes

 

Orthofoto des Planungsgebietes Maienried

Bau- und Zonenordnung

Gemäss BZO der Stadt Winterthur befindet sich das QP-Gebiet in der Wohnzone (W) und in der Wohnzone mit Gewerbeerleichterung (WG). Für die Lärmbeurteilung ist in der Wohnzone die ES II massgebend. In der Wohnzone mit Gewerbeerleichterung ist aufgrund des höheren Eigenlärms die weniger strenge ES III massgebend. Zudem sind in noch unerschlossenem Gebiet die PW einzuhalten. Im bereits erschlossenen Gebiet sind die höheren IGW einzuhalten.

Abbildung eines Planausschnittes

 

ZP des Planungsgebietes Maienried

Umsetzung Quartierplan

Quartierplanverfahren

Da das Gebiet Maienried quartierplanbedürftig war, wurde das QP-Verfahren gemäss § 123 PBG eingeleitet. Dies hat zum Ziel für alle Grundstücke innerhalb des Perimeters die Baureife herbeizuführen. Baureif ist ein Grundstück, wenn es erschlossen ist und wenn keine noch fehlende oder durch den Gemeinderat beantragte planungsrechtliche Festlegung nachteilig beeinflusst wird (§ 234 PBG). Zudem müssen auch die Lärmgrenzwerte eingehalten werden.

Massnahmen

Als primäre Lärmschutzmassnahme wurde parallel zum QP mit einem Gestaltungsplan eine Lärmschutzwand festgelegt.

Im Rahmen der Zwischenentscheide gemäss § 25 QPV wurde von der Behörde unter anderem entschieden, dass für das QP-Gebiet zur Sicherung der PW zusätzlich ein GP ausgearbeitet werden muss. Die notwendigen Massnahmen werden mit dem GP grundeigentümerverbindlich geregelt.

Abbildung eines Planausschnittes
Schemaplan beitragspflichtiger Flächen

Für bereits bestehende Bauten müssen die IGW eingehalten werden; für diesbezügliche Lärmsanierungsmassnahmen (z. B. Schallschutzfenster) ist der Grundeigentümer zuständig.

Die Kosten für die im GP-Gebiet zusätzlichen erforderlichen Massnahmen an den Gebäuden selbst (obere Geschosse) gehen zulasten der betreffenden Bauherrschaft.

Ursprünglich war auch eine Überdeckung der Salomon Hirzel-Strasse geprüft worden. Diese Variante wurde aber aus Kostengründen verworfen.

Ausgangslage Gestaltungsplan

Aufgrund der Grösse des Gebietes und aus ortsbaulichen Gründen konnte für dessen Lärmschutz keine rein bauliche Lösung in Form von hohen und langen Lärmschutzwänden bzw. -wällen in Frage kommen. Es musste eine zweckmässige Kombination von baulichen, planerischen und gestalterischen Massnahmen gefunden werden.

Bau und Zonenordnung

Gemäss BZO der Stadt Winterthur aus dem Jahre 1986 besteht für den in der Wohnzone W3/2.6 gelegene Teil des QP-Gebietes Maienried eine GP-Pflicht, die mit den hier bestehenden Lärmimmissionen begründet ist. Von der Autobahn A1 und der Ausfahrt Wülflingen, vor allem aber von der Salomon Hirzel-Strasse gehen Lärmemissionen aus, die dazu führen, dass im QP-Gebiet in grossen Bereichen die gemäss LSV festgelegten Belastungsgrenzwerte überschritten sind. Gemäss Art. 30 LSV dürfen noch nicht erschlossene Bauzonen für Gebäude mit lärmempfindlicher Nutzung nur soweit erschlossen werden, als die PW eingehalten werden können. Demzufolge sind zweckmässige Lärmschutzmassnahmen zwingende Voraussetzung für die Baureife im südlichen Teil des QP-Gebietes, welches mit dem Geltungsbereich des GP identisch ist.

Umsetzung Gestaltungsplan

Der Inhalt des Privaten GP Maienried beschränkt sich auf die notwendige Festlegungen, welche zur Erfüllung zweier gesetzlicher Grundvoraussetzungen erforderlich sind:

  • Die Einhaltung der PW gemäss Eidg. Lärmschutzverordnung vom 15.12.1986 (Art. 30 LSV).

  • Ein landschaftlich und städtebaulich befriedigender Übergang zwischen Bauten in der Zone W3/2.6 und W2/1.2.

Der GP definiert die Hülle, innerhalb welcher die PW eingehalten werden können. Die Einhaltung der PW ist im separaten Lärmgutachten nachgewiesen.

Der Kostenverleger für die Lärmschutzmassnahmen ist zusammen mit den Erschliessungsmassnahmen im QP geregelt.

Bestimmungen

(Auszug aus den Bestimmungen des GP Maienried)

4. Lärmschutz

  • Entlang der Salomon Hirzel-Strasse ist eine Lärmschutzwand zu erstellen. Die Lage dieser Wand und die Höhenkoten ihrer Oberkanten sind im Plan verbindlich festgehalten.

  • Zwecks Gliederung der Lärmschutzwand darf deren im Plan markierte südorientierte Ebene um maximal 1.00 m hangaufwärts verschoben werden; dabei sind die festgelegten Höhenkoten ihrer Oberkanten um 0.40 m anzuheben.

  • Die Lärmschutzwand ist bezüglich Gliederung, Oberfläche, Farbe und Bepflanzung gut zu gestalten. Die sichtbare Höhe der Lärmschutzwand ist mittels Erdanschüttungen auf 3.00 m zu begrenzen.

  • Die Lärmschutzwand darf abschnittsweise durch Besondere Gebäude ersetzt werden, welche mindestens die gleiche Lärmschutzwirkung erzielen. Dabei müssen die Baulinien der Salomon Hirzel-Strasse nicht beachtet werden.

  • Die Lärmschutzwand kann durch einen Lärmschutzwall ersetzt werden, welcher mindestens die gleiche Lärmschutzwirkung erzielt.

  • Der Lärmschutz kann als Ganzes oder in zwei Etappen realisiert werden. Eine einzelne Etappe umfasst den Bereich von der Brücke des Rebenweges bis zum westlichen bzw. bis zum östlichen Ende der Lärmschutzwand.
Abbildung eines Planausschnittes
Planungsgebiet Maienried inkl. Lärmschutzwand (gelb)

5. Beschränkungen im Interesse des Lärmschutzes

(Auszug aus den Bestimmungen des GP Maienried)

  • Befinden sich die massgeblichen Empfangspunkte (Fenstermitten) lärmempfindlicher Räume unterhalb der im Plan durch Höhenkurven definierten Fläche für den 55 dB-Wert, sind keine zusätzlichen Massnahmen erforderlich.

  • Befinden sich die massgeblichen Empfangspunkte (Fenstermitten) lärmempfindlicher Räume zwischen der im Plan durch Höhenkurven definierten Fläche für den 55 dB-Wert und der durch Höhenkoten definierten Fläche für den dB-Wert, sind die zugehörigen Fensterflächen gemäss §302 PBG um 90° von der Salomon Hirzel-Strasse abzudrehen. Östlich der Landeskoordinate 694'137.50 dürfen solche Fenster jedoch nicht nach Osten gerichtet sein.
  • In allen anderen Fällen sind die Sichtlinien zwischen den massgeblichen Empfangspunkten (Fenstermitten) lärmempfindlicher Räume und der Lärmquelle (Strassenachse) durch bauliche Vorkehren wie Wintergärten, massive Brüstungen, Kastenfenster oder mit anderen geeigneten Massnahmen vollständig zu unterbrechen und die
    Einhaltung der Planungswerte nachzuweisen.
  • Das gewachsene Terrain wird überall so festgesetzt, dass die Erstellung einer Baute mit 2 Vollgeschossen, 1 anrechenbares Untergeschoss und 1 Dachgeschoss möglich ist.

Beschränkung im Interesse des Ortsbildes

Die Bauten dürfen mit keinem Bauteil die Höhenlage von 436.00 m. ü. M. durchstossen. Davon ausgenommen sind lediglich kleinere technische Aufbauten (Kamine, Lüftungsrohre etc.) welche nicht an die Baumassenziffer anrechenbar sind.

Abkürzungen

BZO = Bau- und Zonenordnung
ES = Empfindlichkeitsstufe
GP = Gestaltungsplan
IGW = Immissionsgrenzwert
LSV = Lärmschutzverordnung
PBG = Planungs- und Baugesetz
PW = Planungswert
QP = Quartierplan
USG = Umweltschutzgesetz
UVP = Umweltverträglichkeitsprüfung
UVPV = Verordnung über die Umweltverträglichkeitsprüfung
ZP = Zonenplan

Zurück zur Übersicht