Raumplanung

Lärmschutz in der Nutzungsplanung

Der beste Lärmschutz ist, ihn unnötig zu machen. Gefragt ist deshalb eine Nutzungsplanung, die auf vorhandene oder zukünftige Lärmquellen Rücksicht nimmt und mit zweckmässigen Festlegungen Konflikte vermeidet. Mit Hilfe von Bauordnung und Zonenplan können den lärmbelasteten und ruhigen Siedlungsteilen adäquate Nutzungen zugewiesen werden. Im Grundsatz soll Lärm dort vorkommen, wo er am wenigsten stört.

Im Zonenplan wird den einzelnen Bau- und Nichtbauzonen entsprechend der zulässigen Nutzung die Lärmempfindlichkeitsstufe (ES) zugeordnet.

Abbildung der Nutzungsplanungs-Karte in Küsnacht

Ausschnitte aus einem Zonenplan und einer Legende mit
ES-Zuordnung (Quelle: www.kuesnacht.ch)

Lärmvorsorgemassnahmen bei Betroffenen und Verursachern

Soll die grüne Wiese am Stadtrand und nahe der Bahnlinie mit Wohnungen überbaut werden, so kommen die strengen Planungswerte (PW) zur Anwendung. Die gleichen Grenzwerte gelten aber auch für die neue Umfahrungsstrasse, die das Dorfzentrum entlasten soll.

Foto einer ausgesteckten Bauzone

 

Die Planungswerte sorgen für mehr Ruhe in neuen Bauzonen.

Foto einer Umfahrunsstrasse, welche durch eine Lärmschutzwand von den Siedlungen getrennt ist

 

Die Planungswerte verpflichten die Anlagehalter zu Lärmschutzmassnahmen.

Planungswerte bei Einzonungen und Erschliessungen

Bei der Ausscheidung neuer Bauzonen und bei der Erschliessung bestehender Bauzonen gelten gemäss LSV Art. 29 und 30 die PW. Diese dürfen überall dort nicht überschritten sein, wo Gebäude mit lärmempfindlichen Räumen gebaut werden können.

Die PW sind um 5 dB strenger als die für konkrete Bauvorhaben massgebenden Immissionsgrenzwerte (IGW) und gewährleisten einen relativ guten Lärmschutz. Durch die Anwendung der PW soll im Sinne der Lärmvorsorge erreicht werden, dass auch bei einer künftigen Zunahme der Lärmbelastung wenigstens die IGW eingehalten werden.

Werden die PW überschritten, so wäre nach der Idee des Gesetzes das Gebiet einer weniger lärmempfindlichen Nutzung (z. B. Gewerbe) zuzuführen. Die zunehmende Nachfrage nach Wohnraum führt jedoch dazu, dass auch lärmbelastete Gebiete als Wohnzonen ausgeschieden werden. Um die PW einzuhalten sind dann oft umfangreiche Massnahmenkombinationen notwendig.

Sicherung der Planungswerte im Quartier- oder Gestaltungsplan

Die Einhaltung der PW kann nicht erst im Baubewilligungsverfahren verlangt werden, da nach Art. 31 LSV für Bauvorhaben die IGW massgebend sind. Der notwendige Lärmschutz muss deshalb in einem Planungsverfahren festgelegt werden.

Genügt eine Lärmschutzwand, so kann diese im Quartierplan eingetragen werden. Sind Änderungen der Regelbauweise oder der Nutzung notwendig, so müssen diese in einem Gestaltungsplan festgelegt werden. Für einzelne Grundstücke ist es auch denkbar, die Massnahmen in der Bauordnung festzuhalten.

Immissionsgrenzwerte bei Umzonungen

Die Umzonung von Bauland gilt nach Art. 24 des Umweltschutzgesetzes nicht als Ausscheidung neuer Bauzonen. Falls das Gebiet erschlossen ist, gelten die IGW. Für die Umnutzung von grossen Industriebrachen ist die Erschliessung für Wohnen jedoch meist ungenügend und es kommen daher nach Art. 30 LSV die PW zur Anwendung.

Neue Lärm emittierende Anlagen dürfen die Planungswerte nicht überschreiten

Die Lärmemissionen neuer Lärm verursachender Anlagen (z. B. Strassen oder Fabriken) müssen gegenüber der betroffenen Nachbarschaft ebenfalls die Planungswerte einhalten. Auch hier geht es darum, ein Ansteigen des Lärmpegels bis zur Lästigkeitsgrenze zu verhindern, wenn zu den vorhandenen Anlagen später noch weitere Lärmquellen hinzukommen.