Raumplanung

Lärmschutz in der kommunalen Richtplanung

Lärmschutz ist eine langfristige Aufgabe. Ein geeignetes Gefäss für diese Planungsarbeiten bildet die kommunale Richtplanung. Bei der Wahl des Standorts oder der Linienführung neuer Lärm erzeugender Anlagen können mit Hilfe dieses Instruments vorsorglich schädliche Lärmeinwirkungen vermieden werden.

Plan mit Informationen
Quelle: Verkehrsrichtplan Kanton ZH

Zur Lösung bestehender Lärmprobleme formuliert die Richtplanung Zielsetzungen und zeigt Sanierungswege auf. Die raumwirksamen Lärmschutzmassnahmen werden untereinander koordiniert und mit weiteren räumlich relevanten Bereichen - wie zum Beispiel dem Ortsbildschutz - abgestimmt.

Planungsablauf über drei Stufen

  1. Ist-Zustand
    Voraussetzung für die Lärmschutzplanung ist eine möglichst detaillierte und periodisch aktualisierte Übersicht über den Ist-Zustand. Diese Darstellung der Ausgangslage zeigt für das ganze Gemeindegebiet die Lärmsituation auf und bezeichnet die Konfliktgebiete.
  2. Ziele und Grundsätze
    Die Ziele und Planungsgrundsätze beinhalten konzeptionelle Vorgaben. Mit ihnen werden aber auch die für die Lärmschutzplanung geltenden "Leitplanken" definiert.
  3. Planungsaufgaben und Beschlüsse
    Planungsaufgaben ergeben sich, wenn Lärmschutzmassnahmen oder Planungen zum Lärmschutz mit anderen Bereichen wie beispielsweise dem Ortsbildschutz planerisch abzustimmen sind.
    Bei Beschlüssen handelt es sich quasi um erledigte Planungsaufgaben. Das heisst, dass die planerische Koordinationsaufgabe erfüllt ist und das Vorhaben – zumindest aus planerischer Sicht – ausgeführt werden kann.

Beispiele für die 2. Stufe: Ziele und Grundsätze

Das generelle Vorsorgeziel besteht darin, für einen möglichst ruhigen Verkehrsfluss im Siedlungsgebiet zu sorgen und Wohnquartiere weitgehend vor Lärmimmissionen zu schützen.

  • Erschliessungen sind auf eine möglichst geringe Lärmbelastung der empfindlichen Siedlungsgebiete auszurichten.
  • Wohn- und Arbeitsgebiete sind einander gut zuzuordnen und mit Fuss- und Velowegen zu verbinden.
  • Die Erschliessung der Wohn- und Arbeitsgebiete mit dem öffentlichen Verkehr ist zu verbessern.
  • Der gemeindefremde Durchgangsverkehr ist auf den Hauptverkehrsachsen zu kanalisieren, um eine weitere Zunahme des Lärms in den Wohngebieten zu verhindern.  
  • Die Einrichtung von Tempo-30-Zonen in Wohnquartieren zur Verkehrsberuhigung und zur Vermeidung von unerwünschtem Umgehungs- und Schleichverkehr soll gefördert werden.