Raumplanung

Strassenverkehr beruhigen

Strassenlärm ist vorab ein Innerortsproblem. Für Lärmschutzwände fehlt im Siedlungsgebiet jedoch oft der Platz, oder solche Bauten passen nicht ins Ortsbild.
Gefragt sind andere Lösungen.

Mehr Lebensqualität dank Gestaltung der Verkehrsflächen

Eine Umgestaltung von Verkehrsflächen führt nicht nur zu einer Aufwertung des Ortsbildes, sondern gibt Fussgängern und Velofahrern ihren Teil der Strasse wieder zurück. Umgestaltete Verkehrsflächen wirken zudem weniger trennend und erhöhen insgesamt die Lebensqualität in den Ortschaften.
Wird der Strassenraum so gestaltet, dass der Verkehr langsam, aber stetig fliesst und die Strasse auch den anderen Verkehrsteilnehmenden gefahrlos zur Verfügung steht, wird auch der motorisierte Strassenverkehr leiser.

  • Die Verschmälerung der Fahrbahn für die Motorfahrzeuge erhöht die Aufmerksamkeit der Lenkenden, reduziert das Fahrtempo und schafft grössere Radfahr- und Fussgängerbereiche.
  • Inseln bei Haltestellen verhindern das Überholen und ermöglichen den Bussen eine ungehinderte Weiterfahrt.
Foto einer ruhigen Strasse in Affoltern am Albis
Bilderquelle: www.skw.ch

 

Die siedlungsverträgliche Gestaltung von Strassen und Plätzen erhöht nicht nur die Lebens- und Aufenthaltsqualität, sondern auch die Aufmerksamkeit aller Verkehrsteilnehmenden.

Foto einer ruhigen Strasse in Hettlingen
Bilderquelle: www.skw.ch

 

Die Störung der Linienführung und die flächige Gestaltung des gesamten Strassenraums von Fassade zu Fassade zwingen den Verkehr zu einer angepassten Fahrweise und stärken zudem den Kernzonencharakter.

Foto einer Strasse in Ossingen
Bilderquelle: www.skw.ch

 

Seitliche Einengungen sowie Belags- und Farbwechsel verschmälern baulich wie auch optisch die Fahrbahn zugunsten der zu Fuss Gehenden. Sie führen letztlich zu einem siedlungsverträglicheren Fahrverhalten.

Foto des Franklinplatz in Zürich
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Mehrzweckstreifen in Zentrumsgebieten reduzieren das Geschwindigkeitsniveau und dienen als Aufstellbereich für querende zu Fuss Gehende sowie den abbiegenden Fahrverkehr.

Der Bau einer Ortskernumfahrung kann, muss aber nicht zwingend eine Voraussetzung für eine Strassenraumgestaltung sein, da in vielen Gemeinden ein Grossteil des Verkehrs Binnen-, Ziel- oder Quellverkehr ist. Aus der Sicht des Lärmschutzes sind Umfahrungsstrassen nur bei hohem Transitanteil sinnvoll.

Weniger Lärm dank Geschwindigkeitsreduktionen und Verkehrskreisel

Geschwindigkeitsreduktionen führen ebenfalls zu einer Verkehrsberuhigung, wenn sie einen gleichmässigen Verkehrsfluss bewirken. Kreisel anstelle von Lichtsignalanlagen haben den gleichen Effekt: Sie verlangsamen den Verkehr und tragen zu einem gleichmässigen Verkehrsfluss bei, indem sie übermässige Brems- und Beschleunigungsmanöver verhindern. Abgas- und Lärmimmissionen werden reduziert und die Wartezeiten verkürzt.

Foto eines Verkehrkreisels in Wetzikon
Bilderquelle: www.skw.ch

 

Weniger Stau und mehr Ruhe. Kreisel verlangsamen und verflüssigen den Verkehr.

Foto einer "30er Zone" in Zürich mit einem Radfahrer
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Tempo-30-Zonen in Wohnquartieren verringern nicht nur die Lärmbelastung, sondern erhöhen auch die Verkehrssicherheit.

Mehr Ruhe dank umfangreicher Massnahmen-Palette

Mit einer Vielzahl planerischer, fördernder und gestalterischer Massnahmen lässt sich die Aufenthaltsqualität und die Anwohnersicherheit im Innerortsbereich spürbar verbessern.
Zu den Verkehrsberuhigungsmassnahmen im engeren Sinn gehören nur bauliche Massnahmen zur Minderung der Fahrgeschwindigkeit und zur Stabilisierung der Fahrdynamik. Die Wirkung der Massnahmen in Bezug auf die Lärmsituation ist nicht durchwegs positiver Natur.

Verkehrsberuhigungsmassnahmen reduzieren in der Regel die Luftschadstoff- und die Lärmbelastung.
In einigen Fällen kann die neue Gestaltung der Strassen allerdings zu einer Verschlechterung der Situation aus Sicht des Umweltschutzes führen. Meist deshalb, weil neue Geräuscharten entstehen oder weil durch eine unregelmässige Fahrdynamik (Beschleunigen und Abbremsen) neue Lärmeigenschaften entstehen.