Lärmdisplay

Ziele, Massnahmen, Kritik

Lärm entsteht. Lärm breitet sich aus. Lärm wirkt sich aus. Analog kann Lärm bekämpft werden: dort, wo er entsteht, dort, wo er sich ausbreitet und dort, wo er wirkt. Vernünftig und auch von den einschlägigen Bestimmungen so vorgesehen ist, den Lärm zuerst dort anzugehen, wo er entsteht. Das nennt sich Quellenlärmbekämpfung.

Information zur Vorsorge

Neben dem Einsatz von Schallschutzfenstern (am Einwirkungsort) und Lärmschutzwänden (im Ausbreitungsweg) betreibt die Fachstelle Lärmschutz deshalb Vorsorge, zum Beispiel auch Informationsarbeit, mit dem Ziel, ein lärmarmes oder zumindest lärmbewusstes Verhalten (am Entstehungsort) in die Köpfe der Leute zu bringen.
Am direktesten möglich ist dies beim Strassenlärm, beim individuellen Verhalten der Motorisierten im Privatverkehr, also ganz am Anfang der Wirkungskette.

Führen statt Stören

Die Display-Kampagne findet deshalb an verkehrsreichen Strassen innerorts mit Wohnumgebung statt.
Die Bausteine der Kampagne sollen den Fahrzeuglenkern und Passantinnen zeigen, dass Lärm nicht nur stört, sondern auch ein gravierendes Gesundheits- und Umweltproblem darstellt. Als Konsequenz wird unter anderem das niedertourige, lärmarme Führen von Motorfahrzeugen propagiert - eine Massnahme, bei der alle individuell motorisiert Verkehrenden ihren kleinen, in der Summe aber durchaus wirksamen Beitrag leisten könnten.

Baustein 1: Lärmdisplay.
Das Gerät visualisiert den aktuellen Lärmpegel entlang stark belasteter Strassen. 
Die Motorisierten erinnert das Display an ihren Lärm, der ausserhalb des schallisolierten Cockpits anfällt.
Die Verlärmten können die erlebte Lautstärke mit dem gemessenen Schallpegel in Verbindung bringen.

 

Baustein 2: Informationsstellwand.
Mit Text und Bild werden in kurzer Form die akustischen Grundlagen, die gesundheitlichen Auswirkungen und das lärmarme Benutzen von Motorfahrzeugen abgehandelt .
Ausserdem werden auch real existierende Alternativen zum MIV (Motorisierter IndividualVerkehr) aufgezeigt.

Foto des Lärmdisplays mit Flyerbox

Baustein 2a: Flugblattkiste (rechts im Bild).
Der Dispenser ist (oder besser: war) gedacht, Displays und Stellwände unterstützend zu begleiten.
Im oberen Teil werden Flugblätter und Bestellformulare angeboten. Letztere können an Ort und Stelle ausgefüllt und weiter unten gleich wieder in die Kiste zurück eingeworfen werden.
Wegen hohem Aufwand und Vandalismus wird diese Komponente bis auf weiteres nicht mehr eingesetzt.

 

Baustein 3: Plakatständer.
Die Tafeln sollen den Motorisierten auf ihrer Fahrt zu oder in ihren verlärmten Innerorts-Korridoren bewusst machen, dass ihr Lärm für andere ein Problem darstellt, und fordern sie auf, ihren kleinen persönlichen Beitrag zur Problemlösung beizusteuern.

 

Baustein 4: Plakataushang.
Die Werbefläche bringt dieselben Denkanstösse zum Problem Strassenlärm unters motorisierte Volk, im Grossformat und an Stelle kommerzieller, politischer oder kultureller Reklame.

 

Baustein 5: Medienarbeit.
Die Aktionen in den Gemeinden werden regelmässig von lokalen und regionalen Print-, Audio- und Videomedien aufgenommen und unterstützt. Die Wrkung der Kampagne wird damit in nicht zu unterschätzender Weise multipliziert.  

Strassenlärm und Verkehrssicherheit

Lärmdisplays und Plakate können - wie vieles anderes auch! - vom Strassenverkehr ablenken oder die Sichtverhältnisse erschweren.
Jede Aktion wird darum mit Gemeindebehörden, Polizei und dem Strasseninspektorat des Tiefbauamtes abgesprochen.

Kind im Mann

Kleine und grosse Kinder, die lautstark mit dem Anzeigegerät spielen oder röhrend und hupend daran vorbeidröhnen, können leider den bereits lärmbetroffenen Anwohnern unbeabsichtigten zusätzlichen Lärm bescheren. Die Anzeige wird deshalb in den Nachtstunden (von 21 Uhr bis 7 Uhr) abgestellt.
In seltenen Fällen von andauerndem, übertriebenem Missbrauch wird die Anlage ganz abgeschaltet.

Resonanzen zur Lärmkampagne

Die bisherigen Erfahrungen zeigen, dass die Lärmdisplay-Kampagne von der Bevölkerung und den Gemeinden mehrheitlich geschätzt wird. Kritik an Sinn und Wirkung der Einsätze hat aber durchaus auch ihre Berechtigung. Der Dialog wird, wo immer er sich anbietet, geführt, in der Hoffnung, dass auch kleine individuelle Schritte in Richtung Ziel führen.

Stete Präsenz beruhigt die Strasse

Regelmässig ertönt der unterschwellig oder gar lautstark formulierte Vorwurf "Das bringt ja eh' nichts, Ihr würdet das Geld gescheiter für *** 1 ausgeben ...".
Was soll man da sagen? Für die Fachstelle gilt: Information und Vorsorge ist wichtiger Bestandteil eines umfassenden und nachhaltigen Lärmschutzes. Und wenn dank der Kampagne nur ein einziges motorisiert verkehrendes Individuum spät nachts an bewohnter Lage hochschaltet statt aufdreht, schlafen ein paar Leute mehr ungestört durch.
Für diese Leute hat sich der Aufwand bereits ein wenig gelohnt - und die Hoffnung bleibt, dass sich ihre Anzahl stetig erhöhen wird.

1 Die Liste der anstelle von *** einsetzbaren Objekte der Begierde ist lang ...

 

Zehntausende werden im Kanton Zürich massiv durch Strassenlärm gestört.

Die Fachstelle Lärmschutz gibt Gegensteuer.

 

Was ganz sicher ist:

Ohne Kampagne wird sich noch weniger bewegen an der individuellen Strassenlärmfront ...