Schule

Wozu haben wir ein Gehör?

Unser Ohr schläft nie.

Stell dir vor, du liegst nachts im Bett und schläfst tief. Du bist alleine Zuhause und erwartest niemanden mehr. Auf einmal öffnet jemand ganz vorsichtig deine Zimmertür. Es entsteht ein ganz leises Geräusch. Obwohl du dich im Tiefschlaf befindest, bist du innerhalb von wenigen Sekundenbruchteilen hellwach, jede Muskelfaser ist angespannt, der Puls beginnt zu rasen, du bist bereit, entweder zu fliehen oder anzugreifen.

Abildung eines Symoblbildes zum Thema Schlafstörungen

Dieser Reflex sichert dem Menschen seit Millionen von Jahren das Überleben. Das zeigt zwei Dinge: die Ohren kann man nicht verschliessen wie die Augen. Sie sind ständig aufnahmebereit. Und die Ohren sind Teil des höchst effizienten körpereigenen Alarmsystems.

Wozu wir ein Gehör haben lässt sich eigentlich nicht beantworten. Es lohnt sich aber zu überlegen, für welche Geräusche unser Ohr geschaffen ist.

Bis vor ganz wenigen Jahrhunderten lebte der Mensch in einer ausgesprochen ruhigen Welt. Die Geräuschkulisse wurde dominiert von Naturgeräuschen wie das Rascheln der Blätter im Wind, das Rauschen eines Bächleins, Tierlauten und Ähnlichem. Das lauteste Geräusch, das ein Mensch früher kannte, war der Donner. Neben dem Schienen- und Fluglärm ist der Strassenlärm – zumindest bei uns – der Krachmacher Nummer 1.

Gerade in städtischen Gebieten sind unsere Ohren ständig irgendwelchen Motorengräuschen ausgesetzt. In der Geschichte der Menschheit ist das Motorengeräusch aber ein absolut neues Geräusch. Zudem wirkt es auf uns sehr bedrohlich obwohl es nicht einmal sonderlich laut ist. Solche Geräusche haben einen starken Einfluss auf unseren Körper und somit auf unsere Gesundheit.