Studien

Aufpflästerung als Lärmquelle

Natursteinpflästerungen und Natursteinplattenbeläge vermitteln die Schönheit der Natur, verbunden mit der Handwerkskunst und der geruhsamen Lebensqualität vergangener Zeiten. Sie sind Gestaltungselemente zur Verschönerung des innerstädtischen Erholungsraums. Werden sie im Fahrbahnbereich eingesetzt, können sie allerdings zu einer erhöhten Lärmbelästigung für die Anwohner führen.

Verkehrsberuhigungsmassnahmen für mehr Lärm

Fussgänger-, Flanier- und Erholungszonen sind für Altstädte und Dorfkerne attraktiv. Sie sollen aber keine Lärmquellen sein. Das Befahren einer Pflästerung bewirkt nämlich eine Änderung der Frequenz und wird, speziell in der Nacht, je nach Belagsart lauter oder leiser wahrgenommen.
Das subjektive Wahrnehmen dieser Frequenzwechsel entspricht nicht den gesetzlichen Lärmmessungen in dB(A). Pflästerungen und Plattenbeläge haben eine tiefere Frequenz und werden deshalb als Lärmbelästigung wahrgenommen. Die lärmigste Variante bilden sich wiederholende schmale Pflasterstreifen.

Naturstein-Pflästerungen der ruhigeren Sorte

Für die Planung und Ausführung von Natursteinbelägen gibt es Grundsätze und Beispiele.

  • Feine und ebene Steinoberflächen werden leiser wahrgenommen als raue und unebene.
  • Ein schiefwinklig zur Fahrbahn verlegtes Steinmuster wird leiser wahrgenommen als ein rechtwinklig zur Fahrbahn versetztes.
  • Ein Segmentbogen oder ein anderes rund verlaufendes Pflästerungs- oder Plattenmuster wird leiser wahrgenommen.
  • Durchgehende Pflästerungen oder Plattenbeläge werden in der Fläche nicht störend wahrgenommen, problematisch sind einzig die Belagswechsel am Anfang und Ende. Sie sollten so angeordnet sein, dass sie nicht zur Lärmbelästigung werden.
  • Fugenvertiefungen sind lauter als fast bündige Fugenfüllungen. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass für ungebundene Pflästerungen Pflastersteine zur Anwendung kommen, die ein engfugiges, gleichmässiges Versetzen ermöglichen. Dies ist eine technische Grundvoraussetzung, damit ungebundene Pflästerungen ein positives Langzeitverhalten aufweisen. 

(Als Alternativen bieten sich ausserdem andersfarbige Beläge oder Bemalungen an.)

Foto einer gepflästerten Strasse

 

Ein Bogenpflaster mit ebenen Steinoberflächen wird nicht als laut wahrgenommen.

(Bild: Aarau, Zollrain)

Foto eines gepflästerten Platzes

 

Auch Grosspflastersteine mit ebenen, gestockten Oberflächen werden leise wahrgenommen. Die rechtwinklig zur Fahrbahn verlaufenden Fugen jedoch lassen die Lärmimmissionen subjektiv lauter wahrnehmen, als dies bei einem schiefwinkligen Pflastermuster der Fall wäre.

(Bild: Müllheim i.B. D)

Foto einer Pflästerung

 

Ein diagonal zur Fahrbahn verlegtes Grosspflaster mit ebenen, gestockten Oberflächen und minimalen Fugenvertiefungen wird als sehr leise wahrgenommen.

(Bild: Gundelfingen, D)