Ingenieur-Stab

Lärmmessung

Die Fachstelle Lärmschutz ist beauftragt, die Lärmschutzverordnung des Bundes (LSV) im Kanton Zürich zu vollziehen. Die LSV basiert auf dem Umweltschutzgesetz und soll vor schädlichem und lästigem Lärm schützen.
Die Fachstelle erarbeitet die benötigten Daten dazu, indem sie die Aussenlärmimmissionen ermittelt.
In bestimmten Situationen sind Messungen angebracht.

Warum misst man Lärm?

Gemessen wird der Lärm nur in Ausnahmefällen, zum Beispiel dort, wo es komplexe Situationen zu erfassen gilt oder wo die Wirkung von Massnahmen kontrolliert werden muss. Lärmberechnungen beispielsweise, welche auf Verkehrszählungen basieren, lassen sich durch Lärmmessungen ergänzen.
Es ist die Aufgabe der Fachstelle, Lärmbetroffenen zu helfen. Trotzdem kann sie nicht jedes Lärmproblem im Detail untersuchen. In ganz speziellen Fällen wird sich vielleicht eine Messung als sinnvoll erweisen.
Für die meisten individuellen Lärmprobleme bringen Messungen keine Lösung, da es keine Grenzwerte gibt, mit denen die Messwerte verglichen werden können. Lärmmessungen werden deshalb sehr zurückhaltend durchgeführt.
Informationen zur Lärmsituation entlang von Strassen, Bahnen und in der Nähe von Schiessanlagen sind jederzeit online erhältlich, Auskünfte zur Lärmsituation im Bereich des Flughafens Zürich sind via E-Mail erhältlich.

Was sind die rechtlichen Grundlagen?

Basis für den Auftrag ist das vom Schweizer Souverän beschlossene Umweltschutzgesetz (USG) vom 7. Oktober 1983, das unter anderem vor Lärm schützen soll.
Der Bundesrat hat das Gesetz mit der Lärmschutz-Verordnung (LSV) vom 15. Dezember 1986 für die Umsetzung durch die kantonalen Verwaltungen konkretisiert.

Die verschiedenen allgemeinen und speziellen Bestimmungen von Gesetz und Verordnung wurden und werden im Kanton Zürich durch Regierungsratsbeschlüsse, Weisungen sowie interne und externe Leitfäden laufend verfeinert und aktualisiert, um immer einen möglichst praxisnahen Vollzug bei Lärmmessungen zu garantieren.

Wie misst man Lärm?

Das Instrument heisst Schallpegelmesser und misst die Schallintensität in Dezibel. Der Pegel wird normalerweise so bewertet, dass er dem Hörempfinden des Menschen entspricht (A-Filter).
Man unterscheidet zwei Arten von Messungen: Die Kurzzeit- und die Langzeitmessung.
Erstere dauert zwei mal 15 Minuten und wird vor allem bei Strassenlärm angewendet. Sie kommt beispielsweise zum Zuge, wenn mit mehreren Messpositionen die Verteilung einer konstanten Lärmbelastung ermittelt werden soll.
Bei Baulärm und überall dort, wo Immissionen unregelmässig auftreten, wird eine Langzeitmessung von einem Tag bis zu mehreren Wochen durchgeführt.

Wo und wann wird gemessen?

Ist eine Messung notwendig, so werden vorerst Messart und repräsentativer Zeitpunkt festgelegt. Gemessen wird im offenen Fenster des zu untersuchenden lärmempfindlichen Raumes. Eine spezielle Messmethode gestattet auch das Anbringen des Mikrofons am geschlossenen Fenster oder an der Aussenwand eines Gebäudes.

Was geschieht mit den Messdaten?

Die Messdaten werden aufgezeichnet, im Labor ausgewertet und in einem Messbericht zusammengefasst.

Die Ergebnisse

  • erlauben eine Beurteilung, ob die Grenzwerte eingehalten sind.
  • sind eine Grundlage für die Lärmsanierungsprogramme.
  • ermöglichen die Projektierung von Massnahmen (z. B. Dämme, Wände, lärmarme Strassenbeläge).

Kontakt

Martin Wehrle

Umweltingenieur ETH
WT 709