Geschichte

Die Geschichte der Schweizer Autobahn

1950er
Jahre Nach dem Zweiten Weltkrieg steigt der Wohlstand rapide und immer mehr Menschen können sich ein Auto leisten. 1945 sind 18 279 Autos auf den Schweizer Strassen unterwegs, 1950 bereits 700 000. Der Ruf nach Autobahnen wird lauter.

1955
Die erste kreuzungsfreie Autostrasse der Schweiz entsteht im Kanton Luzern: Es handelt sich um das Teilstück zwischen Luzern Süd und Ennethorw (Ausfallstrasse Luzern Süd), das heute zur A2 gehört.

1958
Das Schweizer Volk stimmt dem Bau eines Nationalstrassennetzes mit 85 Prozent Ja-Stimmen zu. Von Beginn an ist die N1 zwischen Genf und dem Bodensee als Hauptachse vorgesehen.

1960
Die Geburtsstunde der Schweizer Autobahnen: Am 21. Juni verabschiedet das Parlament das Nationalstrassengesetz. Das Netz soll dereinst 1 811 Kilometer umfassen.

1962
Die Grauholz-Autobahn, das erste Teilstück der N1 Bern–Zürich, wird dem Verkehr übergeben. Die 7,5 Kilometer lange Strecke führt von Schönbühl bis zum Wankdorf.

1964
Rechtzeitig zur Expo in Lausanne wird das N1-Teilstück zwischen Genf und Lausanne für den Verkehr freigegeben.

1970
Im Zeichen des Kalten Kriegs werden einige Strecken so geplant und angelegt, dass die Strasse im Kriegsfall als Start- und Landepiste für Militärflugzeuge dienen könnte. 1995 wird das Konzept der Autobahn-Flugpiste aufgegeben.

1973
Die Ölkrise trifft die Schweiz. Der Bundesrat verhängt für drei Sonntage ein Fahrverbot und stellt erstmals ein Tempolimit auf Autobahnen auf.

1977
Ende der 70er Jahre wächst der Widerstand gegen die Nationalstrassen. Die geplante Autobahn durch das Knonaueramt (zu der die Westumfahrung Zürich gehört) wird vorübergehend verhindert.

1980
Bundesrat Hans Hürlimann eröffnet am 5. September nach zehn Jahren Bauzeit den 16,9 km langen Gotthard-Strassentunnel. In den frühen 80er Jahren werden zudem die Ost-West- und die Nord-Süd-Verbindung vollendet.

1984
Das Schweizer Stimmvolk stimmt der Einführung einer Autobahnvignette knapp zu.

1987
Der Bundesrat beschliesst aus Umweltschutzgründen und aus Rücksicht auf die Bahn 2000, den Bau des Autobahnnetzes nicht mehr auszuweiten.

1994
Das Volk nimmt die Alpeninitiative mit 52 Prozent Ja-Stimmen an. Sie besagt, dass die Transitstrassen durch die Alpen nicht mehr ausgebaut werden dürfen und die Anzahl alpenquerende Fahrten begrenzt wird.

1995
Das spektakulärste Teilstück der A5, die Stadtautobahn von Neuenburg, wird eröffnet.

1996
Die Autobahnen werden von N wie Nationalstrasse auf A wie Autobahn umbenannt – auch als Anpassung an zahlreiche Nachbarländer.

2001
Nach 41 Jahren Bauzeit ist die A1 endlich vollendet: Am 5. April wird das Teilstück zwischen Murten und Yverdon eröffnet. Mit einer Gesamtlänge von 383 km macht die A1 rund einen Fünftel des Nationalstrassennetzes aus.

2009
Nach 28 Jahren Planungs- und Bauzeit wird die Zürcher Westumfahrung am 4. Mai in Betrieb genommen. Damit fliesst der Transitverkehr nicht länger durch die Stadt Zürich. Die Umfahrung kostet insgesamt über 2,8 Milliarden Franken.

2011
Die Umfahrung Moutier wird am 25. November eröffnet. Das Teilstück ist 2,1 km lang.

(Quelle: ASTRA und «20 Minuten»)